FTD.de » Politik » Deutschland » Theyssen - Her mit der dreistufigen Mehrwertsteuer

Merken   Drucken   22.11.2009, 18:05 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Theyssen - Her mit der dreistufigen Mehrwertsteuer  

Wie Seehofer, Carstensen und die Hoteliers dafür sorgen, dass am Ende alle irgendwie zufrieden sind. von Andreas Theyssen 
Eine Schande ist das. Ein Skandal. Ein Fall für den Europäischen Gerichtshof, mindestens. Und - noch schlimmer - ein grober Verstoß gegen die schon als Kind erlernte Umgangsregel: Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen.
Dem deutschen Hotelier als solchem droht, ein eben solches Unrecht zu widerfahren. Erst hat die schwarz-gelbe Koalition ihm einen großzügigen Mehrwertsteuernachlass versprochen, und nun ist sie dabei, dieses Geschenk stückweise wieder zu kassieren. Deutschland, wie tief bist du gesunken! Doch ganz gleich, wie tief der Fall ist - das muss kompensiert werden!
Gehen wir zurück zu den Ursprüngen dieses sicherlich größten deutschen Skandals seit Helmut Kohls Spendenaffäre. Es begab sich, dass Süddeutschlands Gastronomen sich umzingelt fühlten von unlauteren Wettbewerbern, in Österreich oder Frankreich etwa. Die hatten erreicht, dass ihre Regierungen den Mehrwertsteuersatz für Kost und Logis gesenkt haben. So etwas wollten die Wirte aus Bayern und Baden-Württemberg auch. Schließlich steht ja zu befürchten, dass Touristen wegen der niedrigeren Mehrwertsteuer lieber im österreichischen Braunau speisen und nächtigen als in der Christkindlmarkt-Metropole Nürnberg.
Gebeutelte Gastronomen
Und da Gastronomen und Hoteliers bei Wahlen auch Stimmen zu vergeben haben, entwickelten ihre christsozialen und christdemokratischen Landesväter in München und Stuttgart just die gleiche Sicht der Dinge. Rasch kamen sie zu dem Schluss, dass den armen, von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten Gastronomen, denen die Spesenritter wegblieben, dass eben jener unterprivilegierten Spezies geholfen werden müsse - mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf in der Gastronomie verabreichte Speisen und Getränke sowie auf Hotelübernachtungen.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • Aus der FTD vom 23.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 18.12.2009 16:13:09 Uhr   Beate: Merkantilismus

    Die Deutschen subventionieren ihre Exportindustrie in Bayern, Baden-Würtemberg oder NRW.
    Frankreich und Österreich haben riesige Handelsbilanzdefizite.
    Und haben ihrerseits ihre Touristmusindustrie subventioniert.
    Das Endergebnis.
    Deutschland zwingt seine Nachbarstaaten zum Steuersenkungswettbewerb und Lohnsenkungswettbewerb.
    Und irgendwann kaufen unsere Nachbarn keine deutschen Waren mehr.

    Unsere Nachbarländer sind sehr wichtige Handelspartner für uns.
    China und Indien werden diese niemals ersetzen können.

  • 24.11.2009 14:52:54 Uhr   Tobias Reinsch: Kompliziertes Bürokratiemonster
  • 24.11.2009 11:10:32 Uhr   Taxis1: Her mit der dreistufigen Mehrwertsteuer
  • 23.11.2009 13:37:54 Uhr   Strichnid: innereuropäisches Steuerdumping
  • 23.11.2009 12:41:44 Uhr   jagerkini: Her mit der Dreistufigen
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Wulff-Affäre: Menschen im Hotel

    Die Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff grenzten zuletzt ans Lächerliche, die neuen tun es nicht: Sie legen den Verdacht einer Vorteilsnahme nahe. Es könnte eng werden. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote