Bis dato gibt es wenig Hinweise, dass es Staatsfinanzen dauerhaft bessert, wenn man Regierungen zu kopflosem, politisch heiklem und ökonomisch desaströsem Paniksparen drängt - da hilft auch das gerade recht modische Auswechseln von Regierungschefs nichts. So einen Kurs hat Frau Merkel in der deutschen Rezession 2009 mit gutem Grund abgelehnt. Jetzt sollen das unsere wichtigsten Handelspartner machen. Könnte sein, dass die Bundeskanzlerin uns damit in die dümmste Rezession aller Zeiten stürzt.
Noch bis Juni schien uns die ganze Schuldenkrise konjunkturell egal sein zu können. Die Wirtschaft wuchs. Seitdem wackelten erst die Frühindikatoren. Und mit jeder neuen Krisenwoche mehren sich jetzt die Zeichen, dass die Konjunktur völlig kippt.
Das Gros der Experten nennt als Grund, dass seit Zuspitzung der Schuldenkrise im Juli in den Unternehmen erhöhte Unsicherheit grassiert - was es allerdings außerhalb Europas auch gab, ohne dass die Konjunktur dort ähnlich stark abstürzt. Der zweite Grund scheint gravierender: dass in Europa nun auch zwei der drei größten Euro-Länder rabiat Ausgaben kürzen und Steuern anheben.
Wohin das führt, erleben nach Griechen, Portugiesen und Iren seitdem die Italiener. Das Land hat in weniger als fünf Monaten sein mittlerweile drittes Konsolidierungspaket nachgelegt, obwohl das Strukturdefizit auch vorher schon sank. Und? Die Zinsen auf italienische Staatsanleihen sind jetzt auf Rekordhoch. Was nahelegt, dass es in einer verselbstständigten Marktpanik nicht mehr um Fundamentaldaten oder doofe Regierende geht.