Der Inhalt dieser Kolumne ist zum gähnen. Dann konstruiert sich Herr Fricke auch noch etwas zusammen, was mit der Wirklichkeit garnicht übereinstimmt. Vielleicht sollte er besser Science Fiktion-Romane schreiben.
Herr Fricke tut so als hätte Frau Merkel mehrfach Positionen bezogen mit dem Hinweis oder der Warnung, die skeptischen Deutschen wollten ansonsten ihre DM zurück haben. Also ich verfolge die Politik sehr genau, aber diesen Zusammenhang hat Frau Merkel noch nie hergestellt. Das gilt auch für andere führender Politiker.
Frau Merkel hat sogar mehrfach etwas übertrieben formuliert: "Scheitert der Euro, scheitert Europa" und hebt auch bei jeder Gelegenheit die Vorteile des Euro hervor.
Der Kanzlerin geht es wie unserer Bevölkerung doch nur darum, dass der Euro zumindest annähernd so stabil ist und bleibt wie es die DM gewesen ist.
Es war erkennbar von Anfang an das Ziel der Kanzlerin, die Ursachen der Krise und die Schwachpunkte der Konstruktion des Euro zu beheben und nur kurze Zeit wirkende Schnellschüsse und Scheinlösungen zu vermeiden. Und hier hat sie doch zusammen mit Sarkozy in mühsamer Kleinarbeit die Eurozone und auch die EU auf einen Stabilitätskurs bringen können, den viele Beobachter ursprünglich nicht für möglich hielten.
Die Eurozone hebt sich damit erfreulich von den USA ab, die Schulden mit immer neuen Schulden bekämpfen und bei denen sich noch nicht einmal zwei Partien, nämlich Demokraten und Republikaner auf notwendige Maßnahmen einigen können. In der Eurozone schaffen das aber 17 demokratische und selbständige Staaten mit völlig unterchiedlichen Interessen.
Herr Fricke hat eine seltsame Vorstellung von Demokratie. Er tut manchmal so als wären die Regierungschefs Alleinherrscher, die alles bestimmen könnten. Dabei erfordern Entscheidungen einen umfassenden Abstimmungsprozess im eigenen Land (Koalitonspartner, Parteien, Fraktionen, Parlament), mit den 17 Regierungschefs der Eurozone, oft auch mit den 27 der EU, der EU-Kommission usw. usw.
Wenn man das alles bei der Beurteilung berücksichtigt, dann muss man gerade der Bundeskanzlerin Respekt zollen. Sie macht erst jetzt Zugeständnisse, nach dem die Richtung "Stabilitätskurs" festgezurrt ist.
Es ist richtig, dass die Bildzeitung das Thema "Griechenland" stark überzeichnet hat. Es ist aber auch richtig, dass Herr Fricke genau das Gegenteil machte, nämlich die Situation dort in unverständlicher Weise verharmloste. Nach allem, was jetzt vorliegt, bewegt sich Griechenland in vielerlei Hinsicht auf der Ebene eines Dritte-Welt-Landes, welches über die nächsten 10 Jahre enorme Anstrengungen und Veränderungen vornehmen muss, um einigermaßen konkurrenzfähig zu sein. Einen frühzeitigen Schuldenschnitt, ohne den Griechenland nicht überleben kann, hat bekanntlich Sarkozy mit Rücksicht auf seine Banken verhindert. Und zu früh hätte es auch enorme Ansteckungseffekte gegeben.