FTD.de » Politik » Deutschland » Thomas Fricke - Keynes meets Guido

Merken   Drucken   29.10.2009, 18:17 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Thomas Fricke - Keynes meets Guido  

Die Idee, erst Wachstum zu fördern und dann zu sparen, ist großartig. Die entscheidende Frage ist nur, ob das, was Schwarz-Gelb beschlossen hat, auch für genug Mehrwachstum sorgt. Hier liegt das Wagnis. von Thomas Fricke 
Bei den einen löst schon die Idee Herzstillstand aus, für andere ist sie genial: Die schwarz-gelbe Regierung will auf Pump das Wachstum fördern - um dann bei hoher Dynamik zu konsolidieren. Ob das per se und überhaupt gut ist oder furchtbar, bewegt seit Tagen die Gemüter und Grundsatzbedenker.
Typisch deutsch. Dabei hängt die Antwort nicht davon ab, ob man so eine Strategie überhaupt versucht, sondern davon, ob man es richtig macht. Hier liegt die eigentliche Gefahr. Wenn das Regierungsprogramm rasch einen Wachstumsschub bringt, sind die Defizite bald weg. Wenn nicht, droht die Wette zu platzen - und dem Land ein Desaster. Ein Effizienzcheck.

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  • Aus der FTD vom 30.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 02.11.2009 11:32:37 Uhr   Thomas Müller: der falsche Weg

    Steuerentlastungen für Unternehmen bringen konjunkturell grundsätzlich nichts. Denn in einer Rezession deswegen noch lange kein Grund, zu investieren, auch wenn Steuersenkungen den Nachsteuergewinn c.p. etwas erhöhen. Erst wenn die Nachfrage steigt und die Kapazitäten ausgeweitet werden müssen, wird wieder verstärkt investiert. Da können niedrige Unternehmenssteuern vielleicht dazu beitragen, die Investitionen strukturell zu erhöhen, wobei auch das fraglich ist. Konjunkturell jedoch ist eine Unternehmenssteuersenkung rausgeschmissenes Geld. Nun kann Angies Wette tatsächlich noch aufgehen, wenn „mit Glück und neuen globalen Schüben [..] die Wirtschaft auch so 2010 kräftiger wachsen [wird]“. Nun ist Glück allerdings kein Kriterium, auf dass die Bundesregierung bauen sollte und wenn Deutschland wieder nur über steigende Exportüberschüsse wachsen sollte, wäre die Situation erneut wie vor der Krise: Wir erzielen BIP-Wachstum auf Kosten unserer Handelspartner und wenn die sich nicht weiter verschulden wollen, brechen in wenigen Quartalen die gesamten Wachstumsgewinne von Jahren einfach weg – so geschehen in den drei Quartalen von Q3 2008 bis Q1 2009, in denen der gesamte Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags seit 2002 zunichte gemacht wurde. Eine nachhaltige Politik sieht sicherlich anders aus.

  • 31.10.2009 10:45:40 Uhr   fokus: Boykott der Realität
  • 30.10.2009 18:45:13 Uhr   fokus: Boykott der Realität
  • 30.10.2009 08:58:24 Uhr   Martin.D: Selten so viel Unsinn über "Keynes"...
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