Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
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Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.deEin an Ämtern der Finanzpolitik so hoch besetzter Mensch, wie Sarrazin, der zur Besetzung dieser Stellen Weltoffenheit sowie die absolute Distanz von jeglichem Rassismus demonstiert haben muss, begeht bei solchen Äußerungen bewussten und kalkulierten politischen Selbstmord.
Der Schrei nach Kontrolle ist bei solchen Skandälchen zwar gedankenlogisch, vielleicht sogar angebracht, aber eine tatsächliche Gefahr für die demokrtaischen Grundwerte, die in einem funktionierenden Rechtsstaat wie Deutschland mit dessen historischer Vergangenheit auch nicht durch Unabhängigkeit institutioneller Einrichtungen erschüttert werden kann, kann damit nicht begründet werden. Dass in Deutschland alles funktioniert, erkennt man insbesondere daran, dass bei Fehltritten die Betroffenen immernoch von allein zurückgetreten werden.
Daher kann der Fall Sarrazin ernsthaft lediglich für die Frage herangezogen werden, welche Gründe diesen Herren aus seiner Position heraus bewogen haben könnten, sich für einen solchen politischen Selbstmord entschieden zu haben. Im Gegensatz zu den Ministern, die seit 2008 zurückgetreten sind, hat sich Sarrazin doch den lukrativsten Weg des Rücktritts ausgesucht. Laut FTD-Artikel vom 10.09.2010 ("Gabriel verspricht Sarrazin fairen Rauswurf") rät Gabriel sogar "Kaufen Sie das Buch und lesen Sie es bis zur letzten Seite".
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt....