Die Regierung ist für das kommende Jahr etwas optimistischer als die führenden Wirtschaftswissenschaftler: Die Regierungsprognose für 2010 sei besser als die Instititusvorhersage von minus 0,5 Prozent, erfuhr die FTD aus Regierungskreisen. Die Konjunkturerholung werde etwas früher einsetzen als von den Instituten in ihrem Frühjahrsgutachten geschätzt, hieß es.
Die Forscher erwarteten eine nachhaltige Wende zum Besseren ab Mitte 2010. Die Regierung stütze sich dagegen auf jüngste Frühindikatoren, die eine solche Wende schon zum Jahresende nahelegten, verlautete aus den Kreisen. So hatte sich der Ifo-Geschäftsklimaindex vergangene Woche – nach der Vorlage der Institutsprognose – verbessert. Erstmals seit Mai 2008 hatten die deutschen Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder etwas günstiger beurteilt als im Vormonat.
Die Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung um sechs Prozent. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise. Auf diese Prognose hätten sich das Kanzleramt und die beteiligten Fachressorts verständigt, meldete die "Süddeutsche Zeitung" dazu.
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) legt die neue Vorhersage am Mittwoch in Berlin vor. Die Institute gehen ebenfalls von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent aus. Ein Rückgang um sechs Prozent würde bedeuten, dass die Wirtschaft prozentual in diesem Jahr so stark schrumpfen wird wie zuletzt während der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren.