Deutschland ist wieder im Exportfieber. Das Ausland hat zuletzt ein Viertel mehr deutsche Waren bestellt als in schlimmsten Krisenzeiten. Das ist großartig. Es reicht aber nicht als Grund, die Wiedergeburt des zwischenzeitlich heftig kritisierten deutschen Geschäftsmodells zu feiern, wie es manche jetzt vorschnell tun. So gut es ist, dass der Export uns aus der Krise zieht: Die einseitige Fixierung auf Ausfuhren, die hierzulande verbreitet ist, taugt nicht als wirtschaftspolitisches Konzept für die Zukunft.
Das hat mehrere Gründe. Die jüngsten Zahlen bedeuten noch nicht, dass sich die Erfolgsgeschichte der Exportnation Deutschland fortschreiben lässt wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dazu bedarf es einer dauerhaften Nachfragesteigerung aus dem Ausland, die sich aus den aktuellen Zahlen noch nicht ablesen lässt. Derzeit zeigt sich eher der Nachholbedarf infolge des Krisenschocks. Ob die Dynamik der globalen Boomjahre zurückkommt und die Amerikaner wieder so unbekümmert deutsche Autos kaufen, ist fraglich.