Zwischen Januar und Dezember werde die Zahl der Arbeitslosen deutlich zunehmen, hieß es in Regierungskreisen. Die Regierung gehe von ähnlichen Zahlen wie die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute aus. Die Institute hatten am Dienstag im Jahresverlauf 2009 einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um mehr als 200.000 prognostiziert.
Die Regierung werde ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2009 auf 0,2 Prozent senken, hieß es in den Kreisen. Bisher war die Regierung von 1,2 Prozent Wachstum ausgegangen. Die Inflation werde deutlich "in Richtung zwei Prozent" sinken.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) stellt die neue Porgnose der Regierung am Donnerstag offiziell vor. Die Vorhersage ist die Grundlage für die Steuerschätzung und die Haushaltsplanung. Die Regierung bewegt sich mit ihrer Prognose auf einer Linie mit den Wirtschaftsinstituten, die ebenfalls ein Wachstum von 0,2 Prozent für 2009 vorhersagen.
Die Institute forderten von der Bundesregierung "wachstumsorientierte Maßnahmen", um den Abschwung abzufedern. So sollten ohnehin geplante Maßnahmen vorgezogen werden. Glos hatte vorgeschlagen, die für 2010 geplante bessere Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen vorzuziehen. Das lehnt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) jedoch ab. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch Entlastungen in Milliardenhöhe für Familien und Arbeitnehmer auf den Weg.