Ab 2013 gibt es laut Kiel Economics Vollbeschäftigung
Um durchschnittlich fast 2,5 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den kommenden Jahren per anno zulegen - und damit rund doppelt so stark wie in den Jahren vor der Finanzkrise. Die Zahl der Arbeitslosen, so rechnen die Kieler Prognostiker vor, dürfte dann Anfang 2013 die Marke von zwei Millionen unterschreiten.
"Dabei ist bereits berücksichtigt, dass aufgrund des Wegfalls der Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit aus EU-Mitgliedsstaaten das Erwerbspersonenpotenzial weniger zurückgehen dürfte als zuletzt", sagte Meier. Schon in den ersten Monaten 2013 dürfte dann die Arbeitslosenquote jenen Wert von fünf Prozent unterschreiten, der häufig mit Vollbeschäftigung verbunden wird. "Damit verstärkt sich am Arbeitsmarkt die Knappheit sehr stark."
In der Folge rechnet Kiel Economics auch mit kräftigen Lohnsteigerungen. Legen die Bruttogehälter 2012 voraussichtlich noch um 3,3 Prozent zu, ziehen sie in den Folgejahren besonders stark an: bis 2015 um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr. Insgesamt ergibt sich nach Berechnung der Experten von 2010 bis 2015 ein Lohnplus von fast 20 Prozent. "Im Verlauf des Prognosezeitraums dürften die Löhne dann stärker steigen als die Summe aus Produktivitäts- und Preisniveauanstieg von etwa 3,5 Prozent", sagte Meier.
Mit kräftigen Preisanstiegen dürfte die deutsche Wirtschaft dennoch nicht konfrontiert werden. So liegt die jährliche Inflationsrate in dem Kieler Szenario nie über 2,5 Prozent. "Angesichts der starken Zunahme des Bruttoinlandsprodukts kann die Inflation als moderat betrachtet werden", so Meier.