Neben des Wechsels von Konto- und Telefonnummer sollten sich Bürger sehr genau überlegen, welche Daten sie überhaupt weitergeben und dies möglichst protokollieren. Mit dieser Handlungsempfehlung reagierte der Verband der Kriminalbeamten am Freitag in Berlin auf die Beschlüsse des Datengipfels zum Schutz vor illegalem Adressenhandel.
"Die Ergebnisse... helfen dem Bürger in der konkreten Situation nicht", resümierte der Verband. Seine Daten seien im Zweifelsfall schon im Umlauf und könnten international genutzt werden. "Vagabundierende Datensätze sind nicht wieder einzufangen", sagte der Verbandsvorsitzende Klaus Jansen. Wer seine persönlichen Daten wirksam sichern wolle, solle sich an die Empfehlungen seines Verbandes halten.
Die Absicht, erst einmal in einer Arbeitsgruppe die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer unter einen Hut zu bringen, zeige, "mit welchen folkloristischen Ansätzen Deutschland kriminellen Machenschaften in Internet im internationalen Datenhandel zu begegnen beabsichtigt", sagte Jansen. Er bezweifelte auch, dass höhere Bußgelder angesichts der Gewinnmargen mit illegalem Datenhandel ernsthaft abschrecken könnten.
Bund und Länder hatten auf dem Datengipfel bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch im Wesentlichen beschlossen, dass künftig die Weitergabe von Kundendaten nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen möglich sein soll.