Präsidentenwahl
Das Kandidatenkarussell für Bellevue steht still
Seehofer wollte zwar immer CSU-Chef werden. Mit dem Amt des bayerischen Ministerpräsidenten und der damit verbundenen Etikette hat er jedoch lange gefremdelt. Nach gut drei Jahren im Amt hat er inzwischen aber bewiesen, dass er sein Anarcho-Gen auch kontrollieren kann. Sein Kontakt mit den Bürgern ist ohnehin herzlich, seine Ausstrahlung unprätentiös und gelassen. Und wenn er will, hält Seehofer seine Reden auch staatstragend.
Parteifreunde haben Seehofer in seiner neuen Rolle als Präsidenten-Vertreter am Wochenende schon überraschend staatsmännisch erlebt. "Er kommt sich ganz erhaben vor", berichten amüsierte Weggefährten. Seehofer selbst, so erzählen es seine Leute, freut sich auf die Präsidententermine im Land und in Schloss Bellevue.
Einen anderen Termin musste der CSU-Chef spontan anpassen: die Rede zum Aschermittwoch in Passau. Dort hat er vor einem Jahr die deutsche Leitkultur gepriesen, die Türkei angegriffen und sich über SPD und Grüne lustig gemacht. Diesmal wird er mit dieser Tradition brechen. In der CSU arbeiten sie gerade an einer präsidialen Rede ohne Attacken.