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Merken   Drucken   02.01.2012, 10:11 Schriftgröße: AAA

Kreditaffäre des Bundespräsidenten: Wulffs Affäre wird zum Schmierentheater

Mit seiner öffentlichen Entschuldigung hatte der Bundespräsident das Ende der Salamitaktik suggeriert. Inzwischen ist klar: Wulff denkt gar nicht daran, seinen Kurs zu ändern. Er veräppelt uns nach wie vor.
© Bild: 2011 AFP/JOHN MACDOUGALL
Kommentar Mit seiner öffentlichen Entschuldigung hatte der Bundespräsident das Ende der Salamitaktik suggeriert. Inzwischen ist klar: Wulff denkt gar nicht daran, seinen Kurs zu ändern. Er veräppelt uns nach wie vor. von Thomas Schmoll 
Fast zwei Wochen mussten vergehen, ehe Christian Wulff "das Bedürfnis verspürte, mich auch persönlich zu diesen Vorgängen zu äußern". Endlich tat der Bundespräsident das, worauf die Nation sehnsüchtig gewartet hatte: Er brach sein Schweigen in der Kreditaffäre. Der Herr von Schloss Bellevue räumte Fehler ein und entschuldigte sich beim Volk. "Ich sehe ein, nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig."
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Späte Einsicht, aber nicht zu spät. Das kam gut an. Zumal Wulff seine Selbstgeißelung vor laufenden Kameras mit einem Bekenntnis zur Presse- und Informationsfreiheit verband: "Es ist eben notwendig, denn es geht um Vertrauen in mich und meine Amtsführung." Sein Auftritt hinterließ den Eindruck, als unterstütze das Staatsoberhaupt nicht nur die Aufklärung der Affäre, sondern als wolle er sich an die Spitze der Bewegung stellen und den Bürgern zurufen: Ich mache Schluss mit der Salamitaktik und gebe nicht länger immer nur das zu, was gerade ans Licht der Öffentlichkeit gedrungen ist oder zu dringen droht.
Inzwischen ist klar: Was wie die Flucht nach vorn aussah, war und ist in Wahrheit ein Schmierentheater. Wulff soll dem Springer-Verlag und "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann "Kriegführen" angedroht haben, was seinem Plädoyer für einen berechtigten aufklärerischen Journalismus widerspricht. Im Gegenteil ist das ein Angriff auf die Pressefreiheit.
Und der Bundespräsident hat sich auch kein Stück von der Salamitaktik verabschiedet. Im Gegenteil treibt er sie auf die Spitze. Klar wurde das eigentlich schon einen Tag nach seiner Das-war-nicht-gradlinig-mach-ich-nie-wieder-Erklärung, als der "Stern" enthüllte, dass der Präsident seinen Sprecher Olaf Glaeseker nur deshalb gefeuert hatte, weil ruchbar wurde, dass auch er unter Kungeleiverdacht mit der Wirtschaft steht.
Wulff lässt mittlerweile wie zu Beginn der Affäre wieder allein seinen Anwalt erklären, erläutern, klarstellen, dementieren und bestätigen. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" meldete unter Berufung auf den Juristen, dass der Präsident seinen vorerst letzten Darlehensvertrag für sein Haus erst drei Tage vor Weihnachten unterschrieben hat. Man lese und staune. Das war lediglich 24 Stunden vor dem öffentlichen Kniefall.
Zur besseren Übersicht: Wulff hatte für den Kauf eines Hauses 500.000 Euro von der Frau seines Unternehmerfreundes Egon Geerkens geliehen. Den Privatkredit ersetzte er - welch Zufall - in dem Moment, als es erste kritische Fragen gab, durch ein sehr zinsgünstiges Geldfmarktdarlehen der BW-Bank, einer Tochter der öffentlich-rechtlichen Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dieses wiederum wandelte Wulff - welch Zufall - in dem Moment, als es erste kritische Fragen dazu gab, kurz vor Weihnachten in einen normalen Immobilienkredit mit langer Laufzeit um.

Teil 2: Einen Rücktritt fordert nicht mal die Opposition

  • FTD.de, 02.01.2012
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Kommentare
  • 04.01.2012 22:14:50 Uhr   Mikeschle: Schmierentheater

    Hmmmm Schmierentheater das ist noch nett umschrieben das ganze hier erinnert mich an Honys Stasi Regime
    Der Staat darf alles unsere Politiker haben nicht mal mehr ein schlechtes gewissen warum auch wir sind ja nur der PÖBEL wo sind die Politiker die für das Volk da sind ??? ach verzeihung wir sind ja für die Politiker da damit sie sich die Taschen füllen können auf unsere Kosten.

  • 03.01.2012 15:36:14 Uhr   Charly: Alles gute Freunde
  • 03.01.2012 09:50:10 Uhr   Schiffahrtspolizei: Berichterstattung
  • 02.01.2012 18:15:24 Uhr   conforma: BP Wulff
  • 02.01.2012 17:46:16 Uhr   Monika: Bundespräsident
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