Christian Wulff und David Groenewold
Wieder einmal geht es um die Frage, ob Wulff private Freundschaft und den politischen Einsatz für Geschäftsinteressen einzelner miteinander vermengt hat. Die Unterstützung Groenewolds für Autor Pruys, einen früheren Sprecher der Bundes-CDU, erinnert an das verdeckte Sponsoring für ein anderes Buch über Wulff. Der umstrittene Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, ebenfalls ein Freund des Staatsoberhaupts, hatte 2008 rund 42.000 Euro für Anzeigen bezahlt - angeblich ohne Wulffs Wissen. Damals ging es um Werbung für das Interviewbuch "Besser die Wahrheit", das für den Ministerpräsidenten eine wichtige Rolle im Wahlkampf 2008 spielte.
Widersprüchliche Angaben gibt es zu der Frage, wofür Groenewold Pruys das Geld überwiesen hat. Spiegel Online berichtete, Pruys habe am Montag auf Anfrage mitgeteilt, dass ihm Groenewold zusätzlich zu den Leistungen des Berliner Bebra-Verlags ein Autorenhonorar gezahlt habe. Er habe das Geld gerne angenommen, weil sich der Filmfinanzierer als Freund Wulffs bezeichnet habe. Die Finanzspritze habe das Buchprojekt vor dem Scheitern bewahrt. Nach FTD-Informationen war das Autorenhonorar des Verlags vierstellig - und damit geringer als die Summe, die Groenewold Pruys zukommen ließ. Später habe der 73-jährige Autor in einem Telefonat die Angaben korrigiert und sich auf Erinnerungslücken berufen, schrieb das Internetportal weiter. Groenewold habe zudem über einen Anwalt Pruys' erster Darstellung widersprochen. Demnach sei das Geld für Arbeit an Firmenbroschüren sowie für Rhetoriktraining geflossen. Ein im Bayerischen Rundfunk ausgestrahltes Interview mit dem Buchautor stützt freilich Pruys' erste Darstellung. Auf die Frage, ob Groenewold ein Autorenhonorar gezahlt hat, antwortete er: "Ja, er hat das unterstützt."