Längst nicht nur Ingenieure oder andere Hochqualifizierte werden knapp, sondern Arbeitskräfte insgesamt. Insbesondere in der Informationstechnologie und im Handel sind die Engpässe schon heute akut. Metro spüre bereits einen leichten Rückgang der Bewerberzahlen "insbesondere in Ballungsräumen und Regionen in Ostdeutschland", sagte die Personalchefin des größten deutschen Handelskonzerns, Claudia Schlossberger, der FTD. In der IT-Industrie sind laut Branchenverband Bitkom derzeit Zehntausende Stellen unbesetzt.
Anwerbung im Internet
Großkonzerne der Automobilindustrie klagen dagegen bisher nur über vereinzelte Engpässe. "Wir haben regional und funktional, etwa in Asien oder im Bereich Elektromobilität, kleinere Engpässe bei Topspezialisten. Einen akuten Fachkräftemangel erleben wir aktuell nicht", sagte ein Sprecher des Autozulieferers Bosch.
Einzelne Unternehmen haben bereits öffentlichkeitswirksame Schritte unternommen, um wenigstens die vorhandenen Fachkräfte zu binden. Große Konzerne wie der Softwarehersteller SAP oder Siemens gaben in den vergangenen Monaten beispielsweise Beschäftigungsgarantien ab. Andere Firmen wollen im Personalmanagement neue Wege gehen und etwa Mitarbeiter vermehrt über soziale Netzwerke im Internet werben.