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Merken   Drucken   01.02.2011, 21:26 Schriftgröße: AAA

Krisentreffen in Berlin: Personalnot alarmiert DAX-Konzerne

Bundesregierung und deutsche Unternehmen wollen im Kampf gegen den Fachkräftemangel enger zusammenarbeiten. Arbeitsministerin von der Leyen trifft sich deswegen mit den Personalchefs deutscher DAX-Konzerne in Berlin. von Isabel Gomez, Hamburg
Wie die FTD aus Unternehmenskreisen erfuhr, will sich die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) darüber informieren, welche Strategien zur Sicherung des Arbeitskräftebedarfs aus Sicht der Firmen sinnvoll sind. Thema soll zudem sein, mit welchen Maßnahmen die Unternehmen gegensteuern.
Enorme Lücke am Jobmarkt
Das Krisentreffen zeigt, wie alarmiert Politik und Wirtschaft wegen der immer knapper werdenden Arbeitskräfte inzwischen sind. Experten zufolge wird sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Jobmarkt noch schneller vergrößern als bislang gedacht. Bereits in vier Jahren werden laut Bundesagentur für Arbeit 1,5 Millionen weniger potenzielle Arbeitskräfte zur Verfügung stehen als noch 2010. Bis 2025 werden es der Prognose zufolge bereits 6,5 Millionen sein. Hauptgrund für den Trend ist die Alterung der Gesellschaft - es wächst nicht genug junges Personal nach.
Längst nicht nur Ingenieure oder andere Hochqualifizierte werden knapp, sondern Arbeitskräfte insgesamt. Insbesondere in der Informationstechnologie und im Handel sind die Engpässe schon heute akut. Metro spüre bereits einen leichten Rückgang der Bewerberzahlen "insbesondere in Ballungsräumen und Regionen in Ostdeutschland", sagte die Personalchefin des größten deutschen Handelskonzerns, Claudia Schlossberger, der FTD. In der IT-Industrie sind laut Branchenverband Bitkom derzeit Zehntausende Stellen unbesetzt.
Anwerbung im Internet
Großkonzerne der Automobilindustrie klagen dagegen bisher nur über vereinzelte Engpässe. "Wir haben regional und funktional, etwa in Asien oder im Bereich Elektromobilität, kleinere Engpässe bei Topspezialisten. Einen akuten Fachkräftemangel erleben wir aktuell nicht", sagte ein Sprecher des Autozulieferers Bosch.
Einzelne Unternehmen haben bereits öffentlichkeitswirksame Schritte unternommen, um wenigstens die vorhandenen Fachkräfte zu binden. Große Konzerne wie der Softwarehersteller SAP oder Siemens gaben in den vergangenen Monaten beispielsweise Beschäftigungsgarantien ab. Andere Firmen wollen im Personalmanagement neue Wege gehen und etwa Mitarbeiter vermehrt über soziale Netzwerke im Internet werben.
  • FTD.de, 01.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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