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Merken   Drucken   16.12.2009, 19:40 Schriftgröße: AAA

Kundus-Affäre: Guttenberg giftet gegen Gegner  

Der Minister kämpft um Ruf und Posten. Es könnte eng für ihn werden. Die FDP fordert mehr Aufklärung, der entlassene Generalinspekteur wirft ihm Lügen vor, die Kanzlerin fühlt sich über den Luftangriff uninformiert. Guttenberg wähnt die Debatte nah am "Klamauk".
Kundus-Affäre Guttenberg - der entzauberte Shootingstar
Nach einem Lügenvorwurf seines entlassenen Bundeswehr-Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan bemüht sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), wieder in die Offensive zu kommen. In einer tumultartigen Aktuellen Stunde im Bundestag warf er der Opposition am Mittwoch vor, die Debatte über die Luftangriffe auf zwei entführte Tanklaster in Afghanistan politisch auszuschlachten - und zwar auf dem Rücken der dort stationierten Soldaten.
Guttenberg bescheinigte der in einer von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochenen Rede der Opposition, dass es ihr gar nicht um Information und Aufklärung gehe, "sondern dass wir nahe am politischen Klamauk sind". Er frage sich, wie man "an einem Tag mit solchem Gebrüll antworten kann, wo ein Soldat schwer verwundet in Kundus liegt", sagte der Minister. Am Mittwoch erlitt ein deutscher Soldat bei einem Gefecht mit Aufständischen einen Bauchschuss.
Gleichzeitig wehrte sich Guttenberg gegen Vorwürfe des von ihm entlassenen Generalinspekteurs. In seinem Rücktrittsschreiben habe Schneiderhan selbst die Verantwortung dafür übernommen, dass dem Minister Informationen nicht vorgelegt wurden, sagte der Minister. "Für die Trennung bedarf es keiner weiteren Gründe." Auf den entscheidenden Vorwurf, die Unwahrheit gesagt zu haben, den Schneiderhan im Zusammenhang mit seiner Entlassung gegen Guttenberg erhoben hatte, ging der Minister nicht direkt ein. Auf ein anderes Niveau der Debatte werde er sich nicht einlassen, betonte der CSU-Politiker lediglich.

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