Dies teilte der Minister von Sachsen-Anhalt, Gerry Klein, am Donnerstag in Berlin mit. Damit sollten die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) umgesetzt werden, das eine Bevorratung dieser Arzneien für 20 Prozent der Bevölkerung für nötig hält. Die Medikamente sollen sukzessive angeschafft werden, einen genauen Zeitplan nennt das Papier nicht. Das RKI hatte mehrfach kritisiert, dass viele Länder die empfohlene Quote aus Spargründen noch längst nicht erfüllten.
Bundesministerin Ulla Schmidt sagte aber, niemand gehe derzeit vom Auftreten einer Pandemie aus, der Fall sei "unwahrscheinlich". Die antiviralen Mittel sollen bei Erkrankten die Symptome lindern. Die Finanzierung der Bevorratung übernehmen die Länder. Der Bund komme im Gegenzug für die Vorbereitungen zur Entwicklung eines Impfstoffs auf, sagte Klein.
Schmidt sagte, es seien bereits Verträge mit Herstellern für zwei Mal 80 Millionen Impfdosen geschlossen worden. Vom Ausbruch einer Pandemie bis zur Verfügbarkeit des Impfstoffs würden im Idealfall aber 18 Wochen vergehen, eher müsse von sechs Monaten ausgegangen werden. Der Beschluss sieht darüber hinaus vor, dass die Pandemiepläne der Länder kontinuierlich fortgeschrieben werden. Die zuständige Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll auf alle Länder erweitert werden. Insgesamt seien Bund und Länder gut aufgestellt, hieß es.
Experten fürchten eine Grippe-Pandemie mit Millionen Toten. Der Vogelgrippe-Erreger könnte eine solche weltumspannende Epidemie auslösen. Dazu müsste er sich so verändern, dass eine Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich würde.
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