Oskar Lafontaine wird wahrscheinlich am Samstag als Spitzenkandidat der WASG vorgestellt
"Ich denke, dass Oskar Lafontaine das machen wird", sagte am Donnerstag ein Sprecher der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), die zusammen mit der PDS das Bündnis für die Wahl bilden will. Beim WASG-Landesparteitag in Köln am Samstag werde sich Lafontaine voraussichtlich als Spitzenkandidat für die Wahl im Herbst zur Verfügung stellen.
Die WASG hatte sich vor allem wegen ihrer Kritik an den Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung von der SPD abgespalten. Lafontaine soll im Westen, Gregor Gysi für die PDS im Osten für das Linksbündnis antreten. Ziel des Bündnisses ist es, drittstärkste politische Kraft in Deutschland zu werden.
Kritik an "Nazi-Jargon" Lafontaines
Wegen der Verwendung des Begriffs "Fremdarbeiter" geriet Lafontaine am Donnerstag heftig in die Kritik. "Das ist eine Wortwahl nahe am Nazi-Jargon", sagte die Vorsitzende des Bundestags- Innenausschusses, Cornelie Sonntag-Wolgast, der "Bild"-Zeitung. Lafontaine hatte am Dienstag auf einer Kundgebung in Chemnitz gesagt: "Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger und Bürgerinnen zu schützen, er ist verpflichtet, zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen."
Auch der rechtspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Jerzy Montag, kritisierte den früheren SPD-Chef scharf. "`Fremdarbeiter` ist ein Unwort aus der Zeit des Nationalsozialismus. Es ist eine Schande, dass Lafontaine, um Emotionen gegen Ausländer zu schüren, zu solchen Worten greift", sagte Montag. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, warf dem früheren SPD-Chef "Ausländer-Hetze" vor. "Lafontaine ist gesellschaftspolitisch ein Rechtspopulist", sagte er.