Die CDU hatte am Sonntagnachmittag überraschend ihren Streit um die Einführung von Mindestlöhnen beigelegt und so wohl eine offene Auseinandersetzung auf dem Parteitag abgewendet. Demnach soll es eine allgemein verbindliche Lohnuntergrenze geben, die sich an einem Korridor der bisher etwa zehn ausgehandelten Mindestlöhne orientiert. Ausdrücklich wird festgehalten, dass die Kommission der Tarifpartner Einzelheiten und weitere Differenzierungen aushandeln kann.
Gröhe sagte der dpa: "Ich glaube nicht, dass es zu einem Flickenteppich kommt von ganz, ganz vielen Untergrenzen." Die Tarifparteien sollten eine Linie oder Ausnahmen festlegen. "Oder die sagen, wir machen drei Linien. Das finde ich, kann man wirklich denen überlassen." In der zurückliegenden Wirtschaftskrise hätten beide Sozialpartner bewiesen, "dass man das zusammenhalten kann, wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung".
Mit Blick auf mögliche Einigungschancen mit dem kleinen Koalitionspartner FDP sagte Gröhe, es gebe dort durchaus ermutigende Stimmen. "Wir wollen jetzt erstmal unsere Meinung bilden, dann mit andern reden. Und salopp gesagt, dann kommt's entweder ins Gesetzesblatt oder ins Wahlprogramm."