Erleichterungen wurden auch beim Kindergeld sowie bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten vereinbart. Sind volljährige Kinder noch in der Ausbildung, arbeiten aber nebenbei, verzichtet der Fiskus bei der Festsetzung des Kindergelds auf eine Einkommensprüfung. Das kostet den Staat 200 Mio. Euro.
Auf weitere 60 Mio. Euro verzichtet die öffentliche Hand, weil bei der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten nicht mehr zwischen beruflich oder privat bedingten Aufwendungen unterschieden wird. Weniger Papierkram soll auch bei der Entfernungspauschale anfallen. Arbeitnehmer können zudem künftig nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abgeben.
Zu der 41-Punkte-Liste gehören auch weniger schriftliche Nachweise und Dokumentationspflichten, mehr elektronische Überweisungen an die Finanzämter sowie zeitnahe Betriebsprüfungen der Unternehmen durch Steuerprüfer.
Kritik von Wirtschaft und Verbrauchern
Die Wirtschaft reagierte enttäuscht auf die Pläne von Union und FDP und forderte weitere Schritte. Man begrüße zwar die Absicht, die Unternehmen von Bürokratie zu befreien, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie,
Werner Schnappauf , der "Berliner Zeitung". Die Möglichkeiten für eine wirklich durchgreifende Vereinfachung seien mit dem Paket aber "noch nicht erschlossen".
Auch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) kam Kritik: Nach dessen Berechnungen bedeuten die Pläne für Millionen Arbeitnehmer weder eine Steuerermäßigung noch eine Vereinfachung. Bestenfalls profitiere ein Bürger mit drei Euro im Monat. Dem stünden höhere Krankenkassenbeiträge gegenüber, sodass sich unter dem Strich gar keine Entlastung ergebe.