Kann die FDP überleben?
Antwort 1:
Nein, die sind am Ende
56%
Antwort 2:
Nur mit personeller Runderneuerung
35%
Antwort 3:
Rösler und Lindner schaffen das
9%
7330 Stimmen
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Als die Parteiführung dieses Treffen plante, da hatte sie noch was ganz anderes im Sinn. Sie wollte einen ersten Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm präsentieren und damit den Aufbruch quasi schon ein gutes Stück voranbringen. Als klar war, dass das nicht fertig wird, bereitete man sich auf einen Bildungsparteitag vor, bei dem es um ein neues Schulprogramm gehen sollte. Bis Eurokrise und der Euro-Mitgliederentscheid alles zum Thema hinweggespült haben.
"Jetzt wird es ein Meinungsbildungsparteitag", sagt Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum Auftakt. Ein Parteitag, auf dem über die Eurorettung diskutiert wird. Auf dem sich die Delegierten hinter die Pro-Euro-Rettungsposition der Parteiführung scharen. Die Diskussion könnte somit eigentlich Rösler eine Stütze sein, aber sie belegt eben auch, wie sehr der Parteichef der Stützung bedarf. Und da es schon einmal um den Euro geht, zeigt sie auch, wie wenig Zeit der Parteichef hat. "Aber wenn man aufsteht und nicht aufgibt zu kämpfen, kann man Großes und Großartiges bewegen", ruft Rösler. Seine Rede ist voll von solchen Durchhalteparolen.
Kämpferisch will er sein, optimistisch, zukunftsgewandt. "Schluss mit den Tränen", sagt er. Der Vorsitzende stellt sich breitbeinig hin. "Schluss mit den Tränen, meine sehr verehrten Damen und Herren!" Irgendwie soll die Rede die Wende bringen. Aber wie? Rösler sagt, die FDP müsse sich darum kümmern, die Finanzmärkte zu regulieren. Zum Beispiel, indem Spekulanten nicht mehr auf kurzfristige Auf- und Abwärtsbewegungen von Wertpapieren wetten. Wie, sagt Rösler nicht. Jedenfalls nicht mit der Transaktionssteuer, die CDU und SPD und Frankreich wollen. So ist es eine Rede, die sagt, dass der Chef hinaus will aus dem Tal, aber nicht wohin.