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  FTD-Serie: 20 Jahre Mauerfall

Am 9. November 1989 fiel der eiserne Vorhang in Deutschland - die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten wurde durchlässig. Eine FTD-Serie über die Wendezeit und was der Osten seit dem geschafft hat.

Merken   Drucken   09.11.2009, 12:11 Schriftgröße: AAA

Linker Flirt: Geschichtsvergessen gut drauf  

Kommentar In der gefühlsduseligen Partylaune geht unter, wofür der Mauerfall eigentlich steht. Der Sozialismus wurde 1989 als gemeingefährliche Utopie entlarvt - und ist jetzt dennoch wieder schick. von Nils Kreimeier 
Na, das wird ein Fest. Punkt 20 Uhr heute Abend werfen ausgewählte Staatsmänner mitten in der deutschen Hauptstadt bunte Dominosteine um. Das Ganze soll den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren symbolisieren, und begleitet wird das Spiel von dem ortsüblichen Mix aus Rockgetöse, Freiheitspathos und Massenauflauf. Schon seit Wochen belagern uns die Fernsehsender mit den Archivbildern glückseliger Ostdeutscher, die wahlweise über die innerdeutsche Grenze strömen, aus dem Trabi winken oder Herrn Genscher zujubeln, der auf einem Prager Balkon steht.
Natürlich muss das alles sein. Der 9. November 1989 ist ein Freudendatum, wie es nur wenige in der deutschen Geschichte gibt, und das verdient eine anständige Feier. Doch die Erinnerung an das Ende der DDR ist dabei, zu einem inhaltslosen Partyevent zu werden, bei dem alle irgendwie gut drauf sind und es klasse finden, dass man jetzt durchs Brandenburger Tor laufen kann - es sei denn, es ist gerade wegen eines U2-Konzerts gesperrt. Einfach ein Grund mehr, in der dunklen Jahreszeit anderthalb Monate vor Weihnachten noch mal einen draufzumachen.
Ökonomische Einöde, zerstörte Umwelt
Der eigentliche Anlass aber verschwindet ähnlich wie bei Weihnachten längst in einem Nebel der Gefühlsduseligkeit. Denn die Massen von DDR-Bürgern, die vor 20 Jahren über die Grenze drängten oder in der Prager BRD-Botschaft auf ihre Ausreise hofften, taten dies ja nicht, weil sie endlich mal wissen wollten, wie eigentlich Bielefeld so aussieht. Die meisten von ihnen flohen auch nicht aus Protest gegen die eingeschränkte Meinungsfreiheit oder vor der Staatssicherheit (was ohnehin hoffnungslos gewesen wäre, da deren Leute bis heute überall mit dabei sind). Sie liefen schlicht und einfach vor einem wirtschaftlichen System davon, das ihren Teil der Welt zugrunde gerichtet hatte, und vor einem Regime, das seine Bürger deshalb einsperrte, weil sie freiwillig nicht geblieben wären.

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  • Aus der FTD vom 09.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 17.03.2010 02:44:03 Uhr   Friedrich von Hayek: The Road to Serfdom

    "Der Flirt mit dem linken Traum reicht dabei bis weit ins sogenannte bürgerliche Lager."

    Die FTD flirtet doch auch aufs heftigste mit dem linken Lager. Wobei "flirten" ein Euphemismus für "das Bett teilen" ist. Lesen sie eigentlich noch ihre eigene Zeitung?

  • 10.11.2009 15:10:41 Uhr   jaxxon87: Haben Sie die
  • 09.11.2009 21:58:19 Uhr   Anne Wiedmann: Bitte mehr Seriosität!
  • 09.11.2009 16:59:03 Uhr   esche66: 20 Jahre Mauerfall
  • 09.11.2009 16:57:01 Uhr   fokus: Blick in den eigenen Spiegel,
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