Mahnender Arbeitgeberpräsident:Hundt warnt vor Zukunftsangst
Dieter Hundt sieht die deutsche Wirtschaft in einer guten Verfassung. Der Arbeitgeberpräsident ruft dazu auf, trotz Krise optimistischer zu sein und eine Rezession nicht herbeizureden.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Deutschen trotz aller Risiken für die Wirtschaftsentwicklung vor überzogener Zukunftsangst gewarnt. "Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland nicht in eine Rezession abgleitet", sagte Hundt in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt fürchtet eine Kreditklemme
"Wir dürfen nicht bei jeder Schwierigkeit gleich in Pessimismus verfallen", warnte er. "Eine Rezession lässt sich auch herbeireden." Daran sollte sich niemand beteiligten. Zwar nähmen die Risiken durch die sich abkühlende Weltkonjunktur und die Staatsschuldenkrise zu, doch befinde sich die deutsche Güterwirtschaft "in einer sehr guten Verfassung". Auch der Arbeitsmarkt dürfte sich nach Einschätzung Hundts weiterhin positiv entwickeln.
Hundt warnte vor neuen Kreditproblemen in der deutschen Wirtschaft als Folge wachsender Kapitalanforderungen. Ähnlich hatte sich zuvor Handwerkspräsident Otto Kenzler geäußert. "Mit Sorge beobachte ich die Gefahr einer neuen Kreditklemme, insbesondere für den Mittelstand", sagte Hundt. Auch der zunehmende Fachkräftemangel stelle die deutschen Unternehmen vor wachsende Probleme.
Hundt betrachtet wie seine Kollegen aus den anderen deutschen Spitzenverbänden die europäische Staatsschuldenkrise als den Haupt-Risikofaktor für 2012. Ein Scheitern des Euro könne er sich trotz der aktuellen Probleme im Währungsraum aber nicht vorstellen. Die Politik warnte der Arbeitgeberpräsident davor, "in eine Mentalität der Großzügigkeit" zurückzufallen. Nach wie vor sei die Gesundung der öffentlichen Finanzen die wichtigste Aufgabe.
Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung ermahnte er zudem, der Zersplitterung der deutschen Tariflandschaft entgegenzutreten. "Vor allem droht eine Erosion unseres seit Jahrzehnten erfolgreichen Tarifsystems, wenn es der Koalition nicht endlich gelingt, die Tarifeinheit gesetzlich zu regeln", sagte er. Darüber hinaus forderte Hundt die Politik auf, alles zu vermeiden, was Wirtschaft und Arbeit zusätzlich belasten und die Arbeitskosten erhöhen könnte.
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