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  FTD-Serie: Maschinenbau - Erfinderisch durch die Krise

Ob Hybridantriebe für Schwertransporter, saubere Schiffsmotoren oder Maschinen, die mit thermischer Solarkraft arbeiten: Der deutsche Maschinenbau gilt weltweit als besonders innovativ. Die FTD-Reihe zeigt, mit welchen Innovationen die Branche neues Wachstum schaffen will und sich auf die Zukunft einstellt.

Merken   Drucken   15.07.2008, 13:42 Schriftgröße: AAA

Masterplan: Wie der Bund den Dauerstau bekämpft

Deutschland droht der Verkehrsinfarkt: Um dem Chaos zu entgehen, hat Verkehrsminister Tiefensee den "Masterplan Güterverkehr und Logistik" ersonnen. FTD-Online zeigt, wie die Bundesregierung den Lkw-Verkehr auf der Straße in den Griff kriegen will. von Henning Jess und Kai Beller (Berlin)
"Wenn wir nicht handeln, droht dem Transitland Deutschland der Verkehrsinfarkt", sagte Tiefensee am Dienstag. Der Minister geht davon aus, dass der Güterverkehr bis 2025 um 70 Prozent zunehmen wird. Für den Lkw-Verkehr erwartet Tiefensee noch größere Zuwachsraten. "Wenn der Verkehr still steht, bricht die Wirtschaft zusammen", sagte er. Das deutsche Wirtschaftswachstum hänge direkt mit der Verkehrsinfrastruktur zusammen. Hier die wichtigsten Elemente des Masterplans:
Der Verkehrsminister will Personen- und Güterverkehr "entmischen". Dahinter verbirgt sich der Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, der mit mehr als 10 Mrd. Euro vorangetrieben werden soll. Allein 5 Mrd. Euro sind für Straßen und Autobahnen vorgesehen. Tiefensee will dabei auch Engpässe im deutschen Autobahnnetz beseitigen. Vierspurige Strecken sollen auf sechs oder auf besonders belasteten Abschnitten auf acht Spuren ausgebaut werden. Auch Seitenstreifen will der Verkehrsminister im Bedarfsfall für den Verkehr freigeben. "Unsere Verkehrsträger müssen durchlässig bleiben", sagte Tiefensee. "Wir wollen nicht, dass Menschen und Güter im Stau stecken bleiben." Außerdem sei dann ein generelles Überholverbot für Lkw überflüssig.
Die Streckengebühren für den Lastwagenverkehr soll stärker an das Verkehrsaufkommen gekoppelt werden. Wer seinen Lkw bei hoher Verkehrsdichte über die Straße lenkt, muss eine höhere Maut zahlen, als Spediteure die außerhalb der Stoßzeiten fahren. Die Bundesanstalt für Straßenwesen soll ermitteln, inwieweit sich der Verkehr durch eine zeitliche Maut-Staffelung tatsächlich lenken lässt. Eine zeitlich gestaffelte Maut ist derzeit davon abhängig, dass die Lkw mit automatischen Erfassungsgeräten ausgerüstet sind. Trotzdem will Tiefensee bis 2010 die höhere Maut zu Hauptverkehrszeiten durchsetzen.
Auf hoch belasteten Autobahnabschnitten sollen möglichst rasch Verkehrsmanagementsysteme installiert werden. Mit Geschwindigkeitsanzeigen, Überholverboten und Hinweisen zur Spurbenutzung will Tiefensee künftig Staus vermeiden. Bis 2015 sollen die Autobahnabschnitte mit den Systemen ausgestattet werden. Auf 2500 statt bisher 1200 Autobahnkilometern soll es dann Verkehrssteuerungsanlagen geben.
Rund 200 bis 280 Baustellen gibt es auf den Autobahnen. Sie sind ein wesentlicher Grund für Staus auf den Straßen. Tiefensee will die Baustellenzeiten auf den Autobahnen reduzieren. Außerdem will er durch eine bundesweite Baustellenkoordinierung vermeiden, dass auf bestimmten Strecken gleichzeitig gebaut wird. Um die Straßenarbeiten in kürzester Zeit zu erledigen, soll länger und außerhalb der üblichen Zeiten gearbeitet werden – "sofern erforderlich auch an Sonntagen oder nachts", heißt es im Entwurf des Masterplans. Die Arbeiten würden dadurch teurer, der volkswirtschaftliche Nutzen wiegt das nach Ansicht Tiefensees jedoch auf.
Das Parkplatzangebot an den Autobahnen ist dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Angesichts der erwarteten Zuwachsraten wird es noch enger an den Raststätten und Autohöfen entlang der Autobahnen. Der Verkehrsminister will zusätzliche 11.000 Parkplätze bis 2012 im gesamten Autobahnnetz schaffen. Dafür stellt das Ministerium 250 Mio. Euro bis 2015 aus seinem Etat zur Verfügung. Im laufenden Jahr investiert Tiefensee 35 Mio. Euro in das Parkplatzangebot.
  • FTD.de, 15.07.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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