FTD.de » Politik » Deutschland » Geerkens war offenbar Mandant in Wulff-Kanzlei

Merken   Drucken   30.01.2012, 22:14 Schriftgröße: AAA

Medienberichte: Geerkens war offenbar Mandant in Wulff-Kanzlei

Erneuter Gegenwind für den Bundespräsidenten: Einem Medienbericht zufolge war der befreundete Unternehmer Geerkens Mandant einer Kanzlei, in der Wulff als Anwalt gearbeitet hatte. Der verneinte jedoch frühere geschäftliche Beziehungen.
Bundespräsident Christian Wulff gerät nun auch wegen der Verbindung seiner früheren Anwaltskanzlei zum Unternehmer Egon Geerkens in die Kritik. Einem Bericht von tagesschau.de zufolge vertrat eine Osnabrücker Anwaltskanzlei, bei der Wulff jahrelang Partner war, auch Geerkens.
Bundespräsident Wulff (links) und der Unternehmer Egon Geerkens   Bundespräsident Wulff (links) und der Unternehmer Egon Geerkens
Die Kanzlei wies allerdings auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa am Montag darauf hin, dass Wulff schon seit 1994 nicht mehr für sie tätig gewesen sei, auch wenn sein Name weiter im Briefkopf auftauchte. Zu einem möglichen Mandatsverhältnis zu Geerkens könne die Kanzlei aber keine Angaben machen.
Das heutige Staatsoberhaupt hatte 2008 - damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident - 500 000 Euro Privatkredit von der Unternehmergattin Edith Geerkens erhalten. Im Landtag in Hannover hatte Wulff 2010 dieses Darlehen aber nicht angegeben, als er nach geschäftlichen Beziehungen zu Egon Geerkens gefragt wurde - und solche verneint.
Geerkens war laut tagesschau.de jahrelang Mandant der Osnabrücker Anwaltskanzlei Funk, Tenfelde und Partner gewesen. In dieser Kanzlei war auch Wulff tätig. Das belegen zahlreiche Anwaltsschreiben, auf denen Wulff im Briefkopf geführt wurde. Noch im Oktober 2004 vertrat die Kanzlei nach Angaben von tagesschau.de Geerkens. Der Unternehmer sei bis 2007 sogar Vermieter der Kanzleiräume gewesen.
"Christian Wulff war bei uns tätig. Mit seiner Wahl in den niedersächsischen Landtag 1994 ist er allerdings aktiv aus seiner Arbeit ausgeschieden", sagte Kanzlei-Partner Stefan Felsner der dpa.
Daraufhin habe Wulff einen Status als freier Mitarbeiter erhalten, um nach Abschluss seiner Politkarriere in seinen Beruf zurückkehren zu können. Wulff habe nach 1994 keinerlei Einkünfte mehr aus der Anwaltstätigkeit erzielt, zitierte tagesschau.de Wulffs Rechtsanwalt Gernot Lehr. Wulffs Vertrag als freier Mitarbeiter wurde Felsner zufolge 2011 aufgelöst, sein Name aus dem Briefkopf entfernt.

Teil 2: "Rücktritt mittlerweile überfällig"

  • dpa, 30.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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