In den Grundschulen wird der Grundstein für den Bildungsstandort Deutschland gelegt. Was tun die Länder, welche Modelle funktionieren? Ein Blick hinter die Kulissen.
Privatschulen müssen einen Spagat schaffen. Staatliche Anerkennung gibt es nur dann, wenn sie mehr bieten als die Regelschule. Trotzdem erhalten sie weitaus weniger Zuschüsse als ihre öffentlichen Pendants. von Friederike von Tiesenhausen, Berlin
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Zuschuss der Länder für Privatschulen liegt zwischen 60 und 70 Prozent von dem, was sich der Staat einen Regelschüler kosten lässt, schätzt der Bundesverband Deutscher Privatschulen (VdP). Vor allem in den letzten Jahren hätten viele Bundesländer die Privatschulzuschüsse gekürzt, um zu sparen.
Auch Eltern dürfen bloß begrenzt zur Kasse gebeten werden. Das Grundgesetz schreibt ein sozial verträgliches Schulgeld vor. Davon dürfen lediglich Internate abweichen. Das Pädagogium Neuruppin etwa kostet beispielsweise pro Kind 104 Euro im Monat: nicht genug, um die Differenz zum Budget einer öffentlichen Schule auszugleichen. Dennoch bieten private Tagesschulen oft hervorragende Bildung, sie liegen international beim Pisa-Test über dem Durchschnitt.
"Wir wirtschaften einfach besser als die Staatsschulen", sagt VdP-Geschäftsführer Christian Lucas. Wichtigster Unterschied ist die größere Entscheidungsfreiheit der Privaten. Sie müssen sich nicht an alle staatlichen Verwaltungsvorschriften halten, sondern lediglich die gleichen Bildungsstandards vermitteln. Auf welche Weise sie das erreichen, bleibt ihnen überlassen. Das schafft Raum, alternative Methoden auszuprobieren - im Unterricht wie auch im Management.
Denn Schulleiter an Ersatzschulen haben Verantwortung für ihr gesamtes Budget. Deswegen sind die Privaten oft versierter darin, andere Geldquellen aufzutun - etwa bei Stiftungen oder Sponsoren. Aber vor allem können die Privaten selbst entscheiden, wen sie einstellen und wie viel sie ihren Lehrern bezahlen. Anstatt alle Lehrer nach Beamtentarif zu besolden, können sie gute Leistungen besonders belohnen. Anfangs liegt das Gehalt an Ersatzschulen im Schnitt unter dem an Staatsschulen. Doch für viele Lehrer ist es attraktiv, in einem weniger reglementieren Umfeld zu arbeiten. Privatschulen können sich meist die Besten aussuchen.
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