Angela Merkel hilft dem sechsjährigen Joel, einen Sandvulkan mit Sodapulver zu präparieren
Zur Begrüßung singen die Kinder: "Viele kleine Leute - und viele kleine Orte, - die viele kleine Schritte tun, - können das Gesicht der Welt verändern." "Habt ihr das lange geübt?", fragt die Kanzlerin. "Nein", sagt eine Kindergärtnerin, "wir singen das jeden Tag."
Viele kleine Orte ist auch das Konzept von Merkels Bildungsreise: Am Nachmittag wird sie sich die neue Fachhochschulausbildung für Erzieherinnen in Darmstadt anschauen, am nächsten Tag eine Kita und eine Hauptschule in Nordrhein-Westfalen. Viele kleine Schritte ist auch das Konzept von Merkels Politik. Gerade zielen sie schnurstracks in Richtung Bund-Länder-Bildungsgipfel im Oktober. Der soll dann das Gesicht des deutschen Bildungssystems verändern.
Sollte das gelingen, dann liegt das auch an Merkels Talent, die Ministerpräsidenten einfach mitlaufen zu lassen. So wie heute im Kindergarten: Merkel läuft von Kind zu Kind, Koch trottet hinterher.
Es läuft wie geplant für die Kanzlerin. Schon vor knapp einem Jahr erkannte sie das Bildungssystem mit seiner Kleinstaaterei als großes Problem - und als gutes Thema für sich selbst. Die Mehrheit der Deutschen will Reformen im Bildungssystem, und Merkel will eine Reformerin sein.