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Merken   Drucken   07.02.2006, 13:21 Schriftgröße: AAA

Merkel verurteilt Welle der Gewalt nach Karikaturen-Streit   

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Westen aufgefordert, im Streit um die umstrittenen Mohammed-Karikaturen seine Überzeugungen klar zu artikulieren. Politiker und Religionsvertreter kritisierten Verantwortungslosigkeit im Umgang mit den Cartoons.
Bilderserie Bilderserie: Die Karikaturen und der Glaubenskrieg
"Die Ereignisse sind für uns eine Aufforderung, sich diesem Dialog zu stellen, sich auch unserer eigenen Werte zu vergewissern und diese Werte mit Klarheit zu artikulieren", sagte die CDU-Chefin am Montagabend im ZDF. Dann werde man bei denen, die einer anderen Religion verpflichtet sind, Aufmerksamkeit finden. Merkel sagte, sie könne die Gefühle vieler Muslime verstehen, die durch die Karikaturen unangenehm berührt seien. Es sei jedoch nicht akzeptabel, Gewalt anzuwenden, wenn Gefühle verletzt seien. "Und deshalb ist diese Gewaltanwendung aus meiner Sicht absolut zu verurteilen."
Landesbischöfin fordert "Bündnis der Vernunft"
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann forderte angesichts der Krawalle wegen der dänischen Mohammed-Karikaturen ein "Bündnis der Vernunft". Die Karikaturen würden "als Beschleuniger benutzt, um anti-westliche Emotionen zu schüren. Die Christen müssen deshalb versuchen, mit dialogbereiten Muslimen einen Pakt der Vernünftigen zu schließen", sagte Käßmann. "Wir können uns nicht dem Fundamentalismus beugen", sagte die Bischöfin der Nachrichtenagentur dpa weiter. "Ich bin auch nicht bereit, mir Angst machen zu lassen, denn eine Kultur der Angst ist eine Kultur der Unfreiheit." Es gehe darum, die Freiheit der westlichen Demokratie zu verteidigen. Sie halte den Abdruck der Karikaturen auch in deutschen Zeitungen für ein Element der Pressefreiheit, selbst wenn sie von Muslimen als Blasphemie verstanden werden.

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