Guter Mix aus politik und polemikSein Mix aus investigativem Journalismus, Polemik und Politik kommt an. Michael Moore überspitzt, vereinfacht, provoziert. Da stört auch wenig, wenn sich manche der von ihm zusammengetragenen Fakten nicht halten lassen: Moore, der selber wie einer der typischen Durchschnittsamerikaner aussieht, die er so gerne karikiert, beschreibt all das, was vor allem viele Linke an Amerika und seinen Bewohnern hassen.
Moore ist aber weitaus mehr als ein Bestsellerautor: Längst ist er zum Anführer einer weltweiten Anti-Bush-Bewegung aufgestiegen, die sich zum Ziel gesetzt hat, den US-Präsidenten nächstes Jahr aus dem Amt zu jagen. "Endlich sagt mal einer, was wir alle denken", bewundert ein Zuhörer in Berlin sein Idol. Er spricht nicht für Intellektuelle, sondern für das einfache Volk. Und das hört ihm zu, vielleicht auch deshalb, weil er einer von ihnen ist.
Moore, geboren 1954 in Flint, begann als Journalist. Er gab das linke Magazin "Mother Jones" heraus, bevor er sich dem Film zuwandte. 1989 schaffte er den Durchbruch mit "Roger and Me", einem Protestfilm gegen Massenentlassungen bei General Motors. Vor der Präsidentenwahl 2004 will er einen neuen Film herausbringen: "Fahrenheit 9/11: Die Temperatur, bei der die Wahrheit brennt".
Seinen besten Feind hat Moore übrigens nur ein Mal persönlich getroffen. Als George W. Bush ihm riet, einen anständigen Beruf zu lernen, erwiderte er: "Frag doch mal meinen Vater, ob er einen Ölkonzern für mich übrig hat."