Allein zwischen 2005 und Januar 2007 sei die Zahl der "Aufstocker" um 420.000 auf rund 1,3 Millionen gestiegen, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.
Bedürftigkeit trotz Erwerbsarbeit sei jedoch häufig nur ein vorübergehender Zustand, stellen die Autoren der Studie fest. Am leichtesten gelingt Alleinstehenden mit Vollzeitjob der Absprung aus der Hilfebedürftigkeit. Dagegen blieben geringfügig Beschäftigte und Familien relativ lange im Leistungsbezug.
Über das ganze Jahr 2005 betrachtet hatten rund 2,1 Millionen Personen zumindest für kurze Zeit zusätzlich zu ihrem Lohn Arbeitslosengeld II oder andere finanzielle Hilfen erhalten. "Bei der Mehrheit der dauerhaften Aufstocker ist das Einkommen aus Minijobs und Teilzeitbeschäftigung eher eine Ergänzung zu den Leistungen als umgekehrt", schreiben die Arbeitsmarktforscher.
Neben Kurzarbeit oder Zeit- und Saisonarbeit führe oft auch der Jobverlust des Partners dazu, dass Beschäftigte zu "Aufstockern" würden, heißt es in der Studie. Ein Teil der Betroffenen beantrage auch Hartz IV, um von hohen Unterkunftskosten entlastet zu werden. Bei Hartz-IV-Betroffenen kommen die Jobcenter für Miete und Heizkosten auf. Die Regelung löste das frühere Wohngeld ab, das früher auch ohne Sozialhilfebezug gewährt worden war.