Der Parteichef kann durchatmen. Die Mitgliederbefragung zum Euro-Rettungsschirm ESM endet mit einer Niederlage der Rebellen um Frank Schäffler. Trotzdem muss sich Rösler auf kritische Fragen einstellen.
Der FDP-Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm ESM hat die nötige Mindestbeteiligung verfehlt. Zugleich konnte der Parteivorstand bei den gültigen Stimmen eine Mehrheit für den ESM erzielen. 54,4 Prozent der FDP-Mitglieder stimmten laut Parteichef Philipp Rösler für den Antrag des Bundesvorstandes. 44,2 Prozent entschieden sich für den Antrag des Euro-Rebellen Frank Schäffler.
Damit hat der Entscheid nicht den bindenden Status eine Parteitagsbeschlusses. Das Quorum lag bei 21.500 gültigen Stimmen. Rösler kann das Ergebnis trotzdem als persönlichen Erfolg verbuchen. Ein Nein zu dem geplanten Stabilitätsmechanismus, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Euro-Ländern vereinbart hat, hätte die Koalition aus Union und FDP schwer belastet und wäre für Rösler ein weiterer Tiefschlag gewesen.
Präsidium und Bundesvorstand der FDP kommen am Mittag in Berlin zusammen, um über das Ergebnis zu beraten. Der designierte Generalsekretär Patrick Döring hatte vor der Bekanntgabe an seine Partei appelliert, die Entscheidung unabhängig vom Ausgang geschlossen mitzutragen.
Rösler werden schwere Fehler beim Umgang mit der Mitgliederbefragung zur Last gelegt. So hatte er am vergangenen Wochenende den Entscheid für gescheitert erklärt, weil das notwendige Quorum von 21.500 Stimmen nicht erreicht werde.
Streit gab es auch über die Organisation der Befragung. In der Mitgliederzeitschrift befanden sich Stimmzettel und persönliche Erklärung auf unterschiedlichen Seiten. Viele hätten daher die Erklärung vergessen, beklagte sich der Initiator des Mitgliederentscheids, der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler. Ein Scheitern des Quorum aus rein formal-juristischen Gründen könnte die Parteispitze erneut in Bedrängnis bringen.
Die Parteimitglieder konnten seit Oktober ihr Votum zum ESM abgeben. Der Rettungsschirm soll Mitte 2012 den befristeten derzeitigen EFSF ablösen. Bei beiden Fonds geht es um Kredite von mehreren hundert Mrd. Euro.
Die Arbeit von FDP-Chef Philipp Rösler wird in der Bevölkerung dem neuen ZDF-Politbarometer zufolge sehr kritisch beurteilt. Während ihm 22 Prozent der Befragten eine gute Führung der Liberalen bescheinigten, äußerten sich 61 Prozent kritisch. Die Umfrage wurde noch vor dem Rücktritt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner durchgeführt. Die FDP selbst verharrt im Umfragetief und landet in der "Sonntagsfrage" bei vier Prozent.
Der Handyhersteller öffnet einem Kamerateam die Pforten zum asiatischen Zulieferer Foxconn. Auf den ersten Blick ein Novum - auf den zweiten Blick aber ein durchsichtiges PR-Manöver. mehr
Kein europäisches Land muss ausbleibende Öllieferungen aus dem Iran fürchten - am Markt ist genug Öl vorhanden. Am Ende schadet der Boykott nur einem ernsthaft: Iran selbst. mehr
EZB und Euro-Notenbanken sollen bei einer Pleite Griechenlands möglichst ungeschoren davon kommen. Das dürfte Privatinvestoren bei zukünftigen Anleihekäufen abschrecken. mehr
Vor 50 Jahren verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo gegen den Inselstaat. Es sind die ältesten Sanktionen gegen einen Staat in der neueren Zeit. Was wissen Sie vom Verhältnis Kubas zur Supermacht USA?
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Die Koalition will den Ehrensold für Ex-Bundespräsident Christian Wulff an Bedingungen knüpfen. Sollte das Ermittlungsverfahren mit einem Strafbefehl enden, könnte es für ihn auch finanziell eng werden. mehr
Ein Staatsbankrott wäre für Griechenland keine neue Erfahrung: Ende des 19. Jahrhunderts war das Land schon einmal pleite. Athens historische Krise hält Lehren für die Gegenwart bereit. mehr
Mexikos Notenbankchef Augustín Carstens fordert von den Europäern größere Anstrengungen zur Überwindung der Schuldenkrise. Deshalb pocht er auf eine Aufstockung des Rettungsfonds - und bringt damit Deutschland in Bedrängnis. mehr
Der Wirtschaft der Euro-Zone droht ein erneuter Rückschlag. Nach einer kurzen Erholung deutet eine Umfrage unter Einkaufsmanagern wieder auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung hin. Deutschland hält sich über der Wachstumsgrenze. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!