"I love AEG": Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) fordert mehr Stellen von der Wirtschaft
Die Zahl der Jobsuchenden verringerte sich saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 5000. An der optimistischen Grundeinstellung ändere sich nichts, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Insbesondere die Entwicklung der Beschäftigung und der offenen Stellen bleibe positiv. Saisonbereinigt sei die Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 5000 gefallen, die Quote betrage nun 11,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang um 20.000 erwartet.
"Es muss mehr Arbeit her in Deutschland", sagte Arbeitsminister Müntefering. Insbesondere für Geringqualifizierte, Jüngere unter 25 Jahren und ältere Arbeitnehmer müssten die Chancen für Beschäftigung verbessert werden. Die Politik werde dazu mit konkreten Vorschlägen ihren Beitrag leisten. "Hierzu bedarf es dann aber auch eines veränderten gesellschaftlichen Klimas - und der Unterstützung durch die Wirtschaft", sagte er.
Die BA rechnet für das laufende Jahr mit einer geringeren Arbeitslosigkeit als zunächst erwartet. Im Jahresdurchschnitt werde es zwischen 4,6 und 4,7 Millionen Erwerbslose geben, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Er korrigierte damit eine frühere Prognose, die noch von 4,8 Millionen Job-Suchern im Jahresdurchschnitt ausgegangen war. Alt begründete die verbesserte Prognose mit der positiven Entwicklung der vergangenen Monate.
Analysten enttäuscht
"Der leichte Rückgang der saisonbereinigten Zahl ist wenig aussagekräftig", sagte Jürgen Michels von der Citigroup. Zum einen habe sich das schlechte Wetter auf die Arbeitslosenzahl eher steigernd ausgewirkt. Zum anderen gebe es eine Gegenreaktion auf den starken Anstieg vom Januar, als wegen der Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld mehr Ältere entlassen worden seien.
"Wenn man das mit beachtet, sieht man, dass noch keine große Trendwende eingesetzt hat", sagte Michels. Alexander Koch von der HypoVereinsbank sah den Aufwärtstrend bestätigt: "Insgesamt kann man sagen, dass sich der leichte Aufwärtstrend anscheinend fortsetzt. Er bleibt aber weit hinter dem Trend bei den Investitionen zurück."
Unbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 5,048 Millionen. Dies sind 36.000 mehr als im Januar, aber rund 240.000 weniger als im Februar vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Punkte auf 12,2 Prozent gestiegen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar fiel demnach etwas geringer aus als für die Jahreszeit üblich. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre war eine Zunahme um gut 40.000 verzeichnet worden.