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Merken   Drucken   18.09.2008, 08:53 Schriftgröße: AAA

Müntefering-Imitator: SPD zeigt Radiosender an  

Das Interview Andrea Ypsilantis mit einem Müntefering-Imitator hat ein juristisches Nachspiel: Die hessische SPD hat Strafantrag wegen der Aufzeichnung und Veröffentlichung des Telefongesprächs gestellt. Noch immer ist unklar, wer den Mitschnitt ins Internet gestellt hat.
Es müsse schnell der Computer gefunden werden, von dem aus der Mitschnitt ins Portal l Youtube gestellt worden sei, sagte ein Parteisprecher in Wiesbaden. Ypsilanti  war vergangene Woche einem Stimmenimitator des niedersächsischen Privatsenders Radio FFN auf den Leim gegangen, der sich als Franz Müntefering  ausgegeben hatte. Der Imitator wurde sofort zu Ypsilanti durchgestellt, die nicht bemerkte, dass sie es mit einem falschen Müntefering zu tun hatte. Obwohl die Hessen-SPD eine Veröffentlichung untersagte, gerieten Ausschnitte des Gesprächs ins Internet und wurden dort bereits hunderttausende Male abgerufen.
Die Veröffentlichung verstoße gegen Paragraf 201, Absatz 1 und 2 des Strafgesetzbuches, der unerlaubte Gesprächsmitschnitte und deren Verbreitung unter Strafe stelle, sagte der SPD-Sprecher. "Wir wollen wissen: Wer hat die Aufzeichnung veranlasst?" Der Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Hannover richte sich deshalb gegen eine bestimmte Person im Sender.
Außerdem werde gegen Unbekannt ermittelt: "Wer hat die Datei aus dem Hause FFN versendet und bei Youtube eingestellt?" Youtube lösche üblicherweise nach sieben Tagen die IP-Adressen der Rechner, von denen Dateien in das Internetportal eingestellt werden. Deshalb sei schnelle Aufklärung nötig, sagte der Sprecher.
  • dpa, 18.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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