Auf dem Kirchentag waren Angela Merkel und Franz Müntefering noch ganz nett zueinander
Das sagte Müntefering der "Bild am Sonntag". Seine Gegenspielerin an der Spitze von Partei und Fraktion führe nicht. "Sie hat Schwierigkeiten mit dem Leiten und Lenken, stattdessen taktiert sie - teilweise erfolgreich". Taktik reiche aber nicht aus, als Kanzler ein Land zu führen.
Müntefering forderte Merkel auf, ihre Pläne für den Fall der Kanzlerschaft offen zulegen. "Frau Merkel kann im Wahlkampf nicht abtauchen und sich verstecken, wie es Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen gemacht hat", sagte der SPD-Chef. "Die Wähler werden Frau Merkel auffordern, vor der Wahl Farbe zu bekennen."
Müntefering selbst will beim Parteitag im November für zwei weitere Jahre für den Parteivorsitz kandidieren. Er ließ aber offen, ob er nach der geplanten Bundestagswahl im September auch wieder als Fraktionsvorsitzender antreten will. "Dies ist jetzt nicht zu entscheiden, und die Entscheidung liegt bei der Fraktion."