"Wir müssen alles tun, um zu schauen, dass Kinder nicht an Waffen kommen", sagte sie in einem am Sonntag gesendeten Inerview des Deutschlandfunks. Die CDU-Chefin zeigte sich auch für ein weitreichenderes Verbot von Gewaltvideos offen. Sie verwies dabei auf die von Jugendministerin Ursula von der Leyen geplante Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet. "Einfach nur mit der Freiheit des Internets zu argumentieren, wird uns letztlich auch nicht weiterhelfen", sagte die Kanzlerin. Von der Leyen will trotz verfassungsrechtlicher Bedenken des Justizministeriums in Kooperation mit Telekommunikationsunternehmen Kinderporno-Seiten im Internet sperren lassen.
Die bayerische Landesregierung will am kommenden Dienstag über gesetzliche Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden beraten. Konkret werde es um eine Erweiterung des Verbots von Killerspielen, die Aufbewahrung von Waffen und um mehr Prävention gehen, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Die bayerische Landesregierung hatte bereits Anfang 2007 eine Bundesratsinitiative gestartet, um die Möglichkeiten für Verbote von Killerspielen auszuweiten. Über die angestrebte Änderung des Strafgesetzbuches muss jetzt allerdings neu beraten werden, da die CSU inzwischen nicht mehr alleine regiert, sondern auf die Unterstützung des Koalitionspartners FDP angewiesen ist.
"Wir brauchen Antworten: Ist alles getan, was zum Schutz unserer Kinder und zur Verhinderung solcher Taten möglich ist? Das müssen wir jetzt gründlich, aber auch schnell diskutieren", sagte Seehofer. Massive Sicherheitsvorkehrungen an Schulen, etwa durch die Installation von Metalldetektoren, lehnte der CSU-Chef ab: "Klar ist, wir können und wollen unsere Schulen nicht zu Hochsicherheitseinrichtungen machen."
Eine breite Mehrheit der Bundesbürger ist für ein Waffenverbot in Privathaushalten. 78 Prozent der am Tag nach dem Massaker vom Meinungsforschungsinstitut Emnid befragten Deutschen sprachen sich dafür aus, wie die "Bild am Sonntag" berichtete. Große Vorbehalte haben mehr als zwei Drittel gegen Gewaltspiele und Horrorfilme. 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass deren Konsum Jugendliche gewaltbereiter macht. Acht Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass es auch in ihrem persönlichen Umfeld einen Jugendlichen gibt, der zu einem solchen Amoklauf fähig ist.
Mehr als zwei Drittel aller Befragten sind der Ansicht, dass mehr für die Sicherheit von Lehrern und Schülern getan werden muss. 71 Prozent halten es nach der Emnid-Umfrage für sinnvoll, alle Lehrer mit Warnhandys auszustatten. 52 Prozent sind dafür, Schulgebäude mit Chipkarten zu sichern, so dass nur noch Schüler und Lehrer Zugang haben. 42 Prozent befürworten die Forderung, Schulgebäude während des Unterrichts generell abzuschließen, und 41 Prozent glauben, dass das Durchsuchen von Personen und Taschen vor Betreten von Schulen die Sicherheit erhöht. Emnid befragte im Auftrag von "Bild am Sonntag" am 12. März 501 Personen