Der Grünen-Politiker Ströbele pocht auf das Recht auf Kritik am Afghanistan-Krieg
Der CDU-Politiker Lammert hatte unter Berufung auf ein Urteil des
Bundesverfassungsgericht dem FDP-Politiker Frank Schäffler und dem
CDU-Abgeordneten Klaus-Peter Willsch in der entscheidenden Debatte
über die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms das Wort erteilt. Die
erklärten Gegner der Regierungslinie waren von ihren Fraktionen
nicht als Redner benannt worden. In den eigenen Reihen hatte die
Entscheidung Lammerts für erheblichen Ärger gesorgt.
Lammerts Stellvertreter Thierse sagte der "Frankfurter Rundschau", die Fraktionen sollten "auch die Minderheitsmeinungen im Parlament zu Worte kommen lassen". Er forderte aber Regeln "für ein geordnetes Verfahren", damit es nicht zu Endlosdebatten komme.
Ströbele will Afghanistan-Debatten aufmischen
Ströbele appellierte in der "Mitteldeutschen Zeitung" auch an die eigene Fraktion: "Ich habe zehn Jahre lang versucht, Rederecht zu Afghanistan zu bekommen. Das ist mir bis heute nicht
gewährt worden. Ich hoffe, dass sich das jetzt ändert." In den
Beiträgen etwa zu Afghanistan sagten etwa 90 Prozent der Redner das
Gleiche wie alle anderen - nur mit anderen Worten. Jeder wisse, dass
es abweichende Auffassungen gebe, auch bei den Grünen. "Aber die
kommen einfach nicht zu Wort. Es wäre interessanter, wenn man die
auch reden lässt."