Altmaier selbst machte am Dienstag die Zweideutigkeit deutlich: "Wenn man dann Vorträge hält für unterschiedliche Auftraggeber, könnte man am Ende möglicherweise mehr verdienen als andere und müsste es nicht angeben", sagte er. Allerdings seien alle "parlamentarischen Geschäftsführer davon ausgegangen, dass diese Regelung alle Einkünfte pro Jahr umfasst". Altmaier kündigte eine Klarstellung an, "dass die 10.000 Euro einmal im Jahr erreicht werden und nicht 365-mal, jeweils für sich genommen". Die Rechtsstellungskommission werde hier morgen nachjustieren.
Die Grünen forderten aber schon weitere Verbesserungen. "Wenn die bisherige monatliche Bagatellgrenze von 1000 Euro entfällt, muss die jährliche Grenze ebenfalls abgesenkt werden", sagte Geschäftsführer Volker Beck. Denkbar sei beispielsweise eine jährliche Untergrenze von 5000 Euro.
Transparency International wäre auch dies nicht genug: "Es ist nicht einzusehen, wieso die Abgeordneten nicht wie in Großbritannien oder den Niederlanden sämtliche Nebeneinkünfte auf Heller und Pfennig genau angeben sollten", so Deutschland-Geschäftsführer Jochen Bäumel.
Interessant wird die Offenlegung vor allem bei Vielrednern. Rekordhalter in dieser Legislatur ist Ex-Finanzminister
Peer Steinbrück (SPD), der 2010 insgesamt 45 Vorträge ausgewiesen hat. Für 41 davon erhielt er ein Honorar der Stufe drei, also mehr als 7000 Euro. Demnach hat Steinbrück durch Reden mindestens 300.000 Euro verdient.