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Merken   Drucken   20.10.2008, 20:36 Schriftgröße: AAA

Nein zu staatlichen Hilfen: Politik drischt auf Ackermann ein  

Der Frust der Politiker über Topmanager der Finanzbranche hat sich in schweren Attacken gegen Josef Ackermann entladen. Der Deutsche-Bank-Chef sabotiere das Rettungspaket, lautet der Vorwurf. von Birgit Marschall, Peter Ehrlich (Berlin), Doris Grass und Christine Mai (Frankfurt)
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kritisierten mit ungewöhnlich harschen Worten Ackermanns Äußerungen über das milliardenschwere Bankenrettungspaket der Regierung. Laut "Spiegel" hatte Ackermann vor Führungskräften seiner Bank gesagt, er würde sich "schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden". Merkel halte diese Bemerkung für "außerordentlich bedenklich", sagte ein Regierungssprecher. Für das gesamte Kabinett sei sie "absolut unverständlich und inakzeptabel". Ackermann zeige "immer noch mangelnde Einsicht und Verständnis für das, was sich ereignet hat".
Die Regierung wirft dem Deutsche-Bank-Chef vor, das Rettungspaket zu sabotieren. Bislang reagieren die Banken in Deutschland sehr zögerlich auf das Hilfsangebot - aus Angst, der Markt könne das Eingeständnis einer Notlage zu hart bestrafen. Außer der BayernLB hat noch kein anderes Institut angekündigt, Kreditgarantien oder Kapitalspritzen des Staates in Anspruch zu nehmen.
Das Kabinett beschloss am Montag die Verordnung zu den Details des Rettungspakets. Die Regierung rief damit die neue Finanzmarktstabilisierungsanstalt ins Leben, die das fast 500 Mrd. Euro umfassende Paket verwalten soll. Banken, die Staatshilfen beanspruchen, müssen harte Auflagen akzeptieren: Etwa sollen ihre Topmanager nur höchstens 500.000 Euro im Jahr verdienen dürfen. Von dieser Regel sollen Ausnahmen möglich sein.

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