Carl Heinz Daube
Deutschlands oberster Schuldenmanager müsste schon von Berufs wegen wissen, was seine Worte für Gewicht an den Märkten haben. Carl Heinz Daube, Direktor der Bundesfinanzagentur und längst nicht so erfahren wie Merkel und Ackermann im Umgang mit Medien, plapperte vor laufenden Kameras auf einer Konferenz in London munter drauf los. Er sprach - noch vor dem Beschluss über die Griechenland-Hilfen - aus, was viele dachten: "Sollte eines der 16 Euro-Mitgliedsländer pleite gehen, würde das gesamte System zusammenbrechen. Das wäre das Ende für die Währungsunion." Obwohl er hinzufügte, solch ein Szenario sei unwahrscheinlich, ging an den Börsen kurzzeitig die Post ab.
Im nachfolgenden Interview mit Reuters präzisierte Daube die Aussage dahingehend, dass die Probleme einiger Mitgliedsländer der EU von den Regierungen zu lösen seien, nicht aber von ihren Schuldenagenturen. Ruhe brachte der Nachklapp nicht mehr in die Märkte, denn die Eilmeldungen von Reuters und Bloomberg über seine Mutmaßungen zum Ende der Euro-Zone waren da längst an den Terminals der Händler angelangt. Diese reagierten sofort und ließen den Euro fallen. Die Finanzagentur behauptete zunächst, die Aussagen seien so nicht gefallen. Da Reuters - ohnehin eine sehr zuverlässige Agentur - die Aussagen auf Video gebannt hatte, gab sich Daubes Haus geschlagen.