Dem neuen FDP-Chef Rösler steht eine fast unlösbare Aufgabe bevor
Sehnsucht nach jemandem, der der FDP wieder ein wenig Mut geben kann. Und Hoffnung, dass unter dem Neuen wieder mehr Freiheit Einzug halten möge in die selbst ernannte Freiheitspartei. Die Freiheit zur Debatte und die Freiheit, neue Themen anzusprechen, statt immer nur die leidigen Steuersenkungen, an die kaum ein Liberaler selbst noch glaubt. Für Röslers Erfolgsaussichten spricht dabei der Zustand seiner Partei: Ihre Lage ist so desolat, dass schon wenig viel bewegen kann.
Dass ein sympathischeres Erscheinungsbild allein aber nicht reicht, ist ebenso klar. Denn die FDP ist ungeachtet aller Jubelstürme über den jungen smarten neuen Vorsitzenden tief gespalten: Über den Kurs in der Europapolitik, über die Prioritäten in der Finanz- und Haushaltspolitik, um nur zwei Konfliktfelder zu nennen. Solange Rösler diese Widersprüche nicht gelöst hat, wird die Partei in ihrer quälenden Selbstbeschäftigung gefangen bleiben.