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Merken   Drucken   13.05.2011, 20:01 Schriftgröße: AAA

Neuer FDP-Chef Rösler: Freie desolate Partei

Kommentar Nach zehn Jahren Westerwelle wünschen sich die Liberalen zutiefst eine Lichtgestalt, die ihre Partei in eine glorreiche Zukunft lenkt. Röslers Wahl mit 95 Prozent der Stimmen ist Ausdruck dieser Hoffnung - und Fluch zugleich: Sein Auftrag gleicht einer mission impossible. von Timo Pache, Rostock
Die Freie Demokratische Partei hat sich heute selbst befreit - vorerst und fürs Erste. Die Wahl von Philipp Rösler zum neuen Parteichef ist für die FDP ein wahrer Befreiungsschlag gewesen, die Zustimmung von 95 Prozent beweist das. Es ist ein Befreiungsschlag von einem ungeliebten Vorsitzenden Guido Westerwelle, der die Partei über zehn Jahre auf eine unheimliche One-Man-Show reduziert hat.
Röslers Wahlergebnis ist allerdings kein Zeichen der Stärke, es ist in Wahrheit ein Zeichen der Schwäche und der Verunsicherung. Die 95 Prozent sind vor allem Ausdruck von Sehnsucht und Hoffnung nach all dem, was der Partei seit Jahren fehlt.
Dem neuen FDP-Chef Rösler steht eine fast unlösbare Aufgabe bevor   Dem neuen FDP-Chef Rösler steht eine fast unlösbare Aufgabe bevor
Sehnsucht nach jemandem, der der FDP wieder ein wenig Mut geben kann. Und Hoffnung, dass unter dem Neuen wieder mehr Freiheit Einzug halten möge in die selbst ernannte Freiheitspartei. Die Freiheit zur Debatte und die Freiheit, neue Themen anzusprechen, statt immer nur die leidigen Steuersenkungen, an die kaum ein Liberaler selbst noch glaubt. Für Röslers Erfolgsaussichten spricht dabei der Zustand seiner Partei: Ihre Lage ist so desolat, dass schon wenig viel bewegen kann.
Dass ein sympathischeres Erscheinungsbild allein aber nicht reicht, ist ebenso klar. Denn die FDP ist ungeachtet aller Jubelstürme über den jungen smarten neuen Vorsitzenden tief gespalten: Über den Kurs in der Europapolitik, über die Prioritäten in der Finanz- und Haushaltspolitik, um nur zwei Konfliktfelder zu nennen. Solange Rösler diese Widersprüche nicht gelöst hat, wird die Partei in ihrer quälenden Selbstbeschäftigung gefangen bleiben.
Hier gleicht Röslers Aufgabe einer mission impossible. Dennoch muss der neue Parteichef sie wagen, will er für die FDP auch nur die Chance eines Wiederaufstiegs wahren. Am morgigen Samstag wird Rösler seiner FDP daher Leitplanken einrammen müssen - auch wenn er sich damit bei dem einen oder anderen Flügel schon wieder unbeliebt machen sollte. Die Misere der FDP ist nämlich zugleich die Freiheit des neuen Chefs: Er kann machen, was er will. Schlimmer kann es nicht mehr werden.
  • FTD.de, 13.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 14.05.2011 18:08:46 Uhr   CO²: Freie desolate Partei

    .....hieß das nicht Fiktive Demokraten Partei ?

  • 14.05.2011 10:40:03 Uhr   guitarre: FDP
  • 14.05.2011 08:51:15 Uhr   Christoph: Zitat von Schlingensief über Politik - lesen...
  • 13.05.2011 23:43:57 Uhr   Klaus: Schwache Rochade
  • 13.05.2011 20:54:47 Uhr   pippa: Neues Profil - ansonsten war es das
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