Thüringen sei bereit, für diese Reform auf Steuereinnahmen zu verzichten. "Ich halte eine Mehrheit im Bundesrat nicht für ausgeschlossen, weil es nur um die technische Beseitigung einer Ungerechtigkeit geht."
Auch FDP kritisiert Pläne
Die FDP hat den Vorstoß Barthles ebenfalls zurückgewiesen. Es sei ein leistungsfeindlicher Vorschlag, der bislang nur von linkspopulistischer Seite erhoben worden sei, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Volker Wissing am Donnerstag in Berlin. Der Vorstoß sei wirtschafts- und finanzpolitisch falsch. "Herr Barthle verschweigt, dass davon auch kleine Unternehmen betroffen wären."
Die Opposition reagierte hingegen positiv auf den Vorstoß von Barthle. Der Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, sagte in Berlin: "Wer unbedingt im unteren Tarifbereich die Steuern senken will, der kann dies allenfalls, wenn er im oberen Tarifbereich etwas mehr einsammelt." Es sei schade, dass Barthle mit so viel Realitätssinn "in der schwarz-gelben Chaostruppe weitgehend alleine dasteht".
Auch die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen, Priska Hinz, begrüßte die Idee. "Barthle hat mit seiner Forderung nach einem höheren Spitzensteuersatz Recht", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung". Für Steuersenkungen an anderer Stelle bestehe dagegen kein Spielraum.