De Mazière warnt vor Gesichtserkennungsdiensten
Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August Wilhelm Scheer, überreichte de Maizière am Mittwoch bereits einen "Datenschutz-Kodex für Geodaten-Dienste", der über die gesetzliche Verpflichtung hinausgeht. So will die Branche eine "Zentrale Informations- und Widerspruchsstelle im Internet" einrichten, bei der die Bürger bei den einzelnen Anbietern Widerspruch gegen die Abbildung ihrer Häuser einlegen können. Widersprüche sollen mit wenigen Klicks oder auch ohne Internetnutzung möglich sein.
Nach dem Streit um Streetview hat de Maizière eine neue Gefahr für die Privatsphäre ausgemacht. Er warnte vor sogenannten Gesichtserkennungsdiensten. "Es wird zunehmend technisch möglich sein, über eine integrierte Kamera eines internetfähigen Handys jedermann auf der Straße oder in einem Café aufzunehmen und anhand eines Fotos eine Sofortrecherche im Internet durchzuführen", sagte der CDU-Politiker. De Maizière sagte, sofern im Internet Bildmaterial und weitere Angaben zu der betreffenden Person vorhanden seien, könnten diese angezeigt und die Person auf diese Weise in Echtzeit identifiziert werden. Hier gebe es gesetzgeberischen Handlungsbedarf.
"Durch entsprechende Anwendungen droht ein weit größerer Verlust an Anonymität im öffentlichen Raum als durch die Abbildung von Häuserfassaden", sagte der CDU-Politiker unter Anspielung auf den jüngst in Deutschland gestarteten Geodatendienst von Google, mit dem die Straßen von 20 deutschen Städten virtuell durchfahren werden können. "Ich werde nicht müde zu sagen, dass die Debatte über die Häuserfassaden eine richtige Debatte am falschen Objekt war. Nichts ist anonymer als Häuserfassaden."