Es ist bereits die zweite Verzögerung bei der digitalen Lohnsteuerkarte. Schon der erste vorgesehene Starttermin musste wegen technischer Unzulänglichkeiten verschoben werden. Damals wurde entschieden, die Geltungsdauer der Steuerkarte auf Papier zu verlängern. Das könnte auch jetzt wieder geschehen.
Nachdem das NRW-Finanzministerium das Bundesfinanzministerium Mitte Oktober über die Schwierigkeiten informiert hatte, wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit dem weiteren Vorgehen befasst. Sie wird sich in dieser Woche wieder treffen.
Vor allem die Unternehmen warten auf eine Antwort. Der neue Termin für den Abruf der Daten soll im zweiten Quartal 2012 liegen. Entschieden ist das aber noch nicht. Auch hierüber muss die Arbeitsgruppe befinden.
Der Bund der Steuerzahler forderte eine rasche Entscheidung. "Insbesondere müssen die Arbeitgeber darüber informiert werden, wie der Lohnsteuerabzug für die Arbeitnehmer ab Januar vorzunehmen ist", schreibt der Interessenverband. Wegen der mangelhaften Daten sei es sinnvoll, die Einführung des technisch unausgereiften Verfahrens zu verschieben. "Gleichwohl darf es nicht zu Mehrbelastungen oder Mehrbürokratie für Arbeitgeber oder Arbeitnehmer kommen."