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Merken   Drucken   16.03.2012, 13:14 Schriftgröße: AAA

NRW-Neuwahl: FDP im Untergang vereint

Die Ober-Liberalen versuchen, Christian Lindner als Comeback-Kid und großen Retter zu verkaufen. Doch der Eindruck täuscht. Die Wiederauferstehung Lindners lässt den desolaten Zustand der FDP in grellem Licht erscheinen.
© Bild: 2012 DPA/Caroline Seidel
Kommentar Die Ober-Liberalen versuchen, Christian Lindner als Comeback-Kid und großen Retter zu verkaufen. Doch der Eindruck täuscht. Die Wiederauferstehung Lindners lässt den desolaten Zustand der FDP in grellem Licht erscheinen.

Der erste Reflex ist: Wow, was für ein Comeback! Christian Lindner ist zurück. Gerade mal drei Monate nach seinem spektakulären Rücktritt vom Amt des FDP-Generalsekretärs kurz vor Weihnachten schwingt sich Lindner in einer ebenso spektakulären Volte auf, die FDP aus ihrer Agonie zu reißen. Er übernimmt nicht nur das Himmelfahrtskommando der Spitzenkandidatur in Nordrhein-Westfalen, sondern er sichert sich zugleich den Posten des mächtigen FDP-Landesvorsitzes in NRW.

Christian Lindner wird die FDP

 

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Lindner ist das politische Comeback-Kid dieses Frühjahrs, und mit ihm womöglich gar die ganze Partei. So weit der erste Eindruck, so weit die Lesart, die jetzt die versammelte FDP-Spitze verbreitet. So weit, so falsch.

Tatsächlich gibt es in der ganzen Entscheidung einen einzigen sicheren Gewinner - und das ist Christian Lindner. Dem gefallenen Star ist nach seinem Rücktritt nur noch wenig mehr geblieben als sein Sitz in den hinteren Reihen des Bundestags und der wenig prestigeträchtige Job als technologiepolitischer Sprecher seiner Fraktion. Er riskiert nichts, wenn er in NRW als Spitzenkandidat antritt.

Scheitert er mehr oder weniger knapp an der Fünf-Prozent-Hürde, wie es derzeit alle Umfragen vorhersagen, kann er immer auf die Misere der Bundespartei und ihres glücklosen Vorsitzenden Philipp Rösler verweisen. Gegen diesen Bundestrend war mehr nicht drin, wird er sagen und keiner wird ihm widersprechen. Schafft er doch die Sensation und steigert den Stimmenanteil der FDP in den wenigen verbleibenden Wochen bis Mitte Mai, schafft er gar den Wiedereinzug in den Landtag von Düsseldarf, dann wird er der große Star der FDP - der Erlöser, der nun auch im Bund die Wende bringen soll.

Für eine Persona non grata, einen selbstverliebten und illoyalen Strippenzieher, als der Lindner vor wenigen Wochen noch zumindest in der weiteren Parteiführung galt, ist das weit mehr als man unter normalen Umständen erwarten kann.

Teil 2: Lächerlicher Schulterschluss

  • FTD.de, 16.03.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 18.03.2012 09:33:01 Uhr   Nili: Abwickeln

    Es wird Zeit, dass die FDP geht. Und das kann ich selbst anhand mindestens 20 guter Gründe beurteilen. Es ist eine Partei voller Lügen und Halbwahrheiten. Wäheln werden sie höchstens noch Hoteliers und Zahnärzte, man denke nur an das "Geschenk" an diese in Form von 10% mehr Zahnarztkosten - wo Zahnärzte sowieso schon 10.000€ / Monat Reingewinn machen.

    Es wird also Zeit, zu gehen; der Staat ist dank FDP-Freiwirtschaft so schon pleite.

  • 17.03.2012 21:40:18 Uhr   focus: Liberal oder libertär?
  • 17.03.2012 18:04:34 Uhr   drichter: FDP im Untergang vereint
  • 17.03.2012 12:12:20 Uhr   Stefan Balker: Die FDP - die Liberalen
  • 16.03.2012 19:18:26 Uhr   bambi: Bambi ist zurück
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