Demnach profitieren SPD und Grüne von Verlusten der CDU und vom Ausscheiden der Linkspartei.
Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer erhielte die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft 38 Prozent der Stimmen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Die Grünen liegen bei elf Prozent. Im ARD-Deutschlandtrend kommen die SPD auf 38,5 und die Grünen ebenfalls auf elf Prozent. Die CDU, die bei der letzten Wahl noch gleichauf mit der SPD lag, bleibt in beiden Umfragen deutlich hinter den Sozialdemokraten zurück und ereicht nur noch 31 (ZDF) beziehungsweise 30 (ARD) Prozent. Die FDP unter dem neuen Spitzenkandidaten Christian Lindner setzt ihre Aufholjagd fort und wird beiden Umfragen zufolge mit sechs Prozent wieder in den Landtag einziehen. Gewählt wird am 13. Mai. Während die Piratenpartei sicher mit Sitzen im Düsseldorfer Landtag rechnen kann, wird die Linkspartei nicht mehr im Parlament vertreten sein. Für die Piraten sagt das ZDF acht Prozent voraus, die ARD 7,5 Prozent. Die Linkspartei wird bei drei (ZDF) und vier (ARD) Prozent gesehen.
Rot-Grün wird auch in beiden Umfragen von etwas mehr als der Hälfte der Befragten als Wunschkoalition für NRW bezeichnet. Eine von der SPD geführte große Koalition mit der CDU steht an zweiter Stelle der für das Land als positiv bewerteten Regierungskonstellationen.
Einen deutlichen Vorsprung kann die SPD-Spitzenkandidatin Kraft auch im direkten Vergleich mit ihrem CDU-Herausforderer Norbert Röttgen verbuchen: Bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten liegt sie bei der ARD mit 58 Prozent und dem ZDF mit 63 Prozent vorn. Für Röttgen votierten nur 26 beziehungsweise 27 Prozent. In der ZDF-Umfrage sprachen sich 90 Prozent der SPD-Wähler für Kraft aus, auch jeder fünfte CDU-Wähler plädierte für die amtierende Ministerpräsidentin.
In beiden Umfragen wird auf die hohe Zahl der Unentschlossenen hingewiesen, die die Projektionen mit großem Vorbehalt versähen. Laut ZDF wissen zurzeit 41 Prozent noch nicht, wen und ob sie überhaupt wählen. In der ARD-Umfrage gab sich ein Drittel der Wähler noch unentschieden.
Für das ZDF-Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen 1028 Wahlberechtigten in NRW zwischen dem 30. April und 3. Mai, für die ARD befragte Infratest dimap 1003 Wahlberechtigte vom 1. bis 3. Mai.