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Merken   Drucken   01.03.2008, 15:46 Schriftgröße: AAA

Orkantief "Emma" wirbelt Deutschland durcheinander

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometern sauste Orkantief "Emma" durch Deutschland. Mindestens zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Ein ICE prallte gegen einen umgefallenen Baum, in Teilen Bayerns fiel der Strom aus.
Das Orkantief "Emma" sorgt für ein stürmisches Wochenende in Deutschland. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, mehrere wurden verletzt. Der Bahn- und Flugverkehr war am Samstag stark beeinträchtigt. In weiten Teilen Bayerns fiel die Stromversorgung aus: 5000 Transformatorenstationen, über die 150.000 Kunden versorgt würden, seien ausgefallen, teilte der Energiekonzern Eon mit.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wütete "Emma" in der Nacht mit bis zu 150 Stundenkilometern und teils schweren Gewittern über Deutschland. Selbst in den Niederungen registrierten die Meteorologen Böen mit Geschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern. Seine Spitzengeschwindigkeit erreichte "Emma" mit 222 Stundenkilometern auf dem Wendelstein in den bayerischen Alpen. Der DWD gab aber noch keine Entwarnung: Eine Wetterberuhigung sei erst in der Nacht auf Sonntag zu erwarten, teilte der Wetterdienst mit.
Schon Orkan "Kyrill" ließ Anfang 2007 die Haare fliegen   Schon Orkan "Kyrill" ließ Anfang 2007 die Haare fliegen
Trotz großer Schäden: "Emma" nicht so schlimm wie "Kyrill"
Ein 58 Jahre alter Mann wurde bei Wissen im Westerwald in einem Auto von einer über 30 Meter hohen Fichte erschlagen. Der 20-jährige Fahrer und zwei weitere Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Bei Oberpfaffenhofen (Bayern) wurde ein Motorrollerfahrer von einer Böe erfasst und auf die Gegenfahrbahn gedrückt. Dort prallte er mit einem Lastwagen zusammen und starb. Ein Reisebus mit Touristen kippte auf dem Weg zum Münchner Flughafen in eine Böschung. Sechs Insassen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. In Rheinland-Pfalz prallten Fahrzeuge gegen Bäume auf Straßen; zwei Fahrer erlitten Blessuren. Eine Fichte verletzte eine Autofahrerin im Sauerland schwer.
Trotz großer Schäden ist "Emma" nicht mit "Kyrill" zu vergleichen. "Kyrill" hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. Damals starben 13 Menschen, etwa 50 Millionen Bäume stürzten um. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde. 47 Menschen starben, 11 davon in Deutschland. Versicherer schätzen die entstandenen Schäden auf 3,5 Mrd. Euro.
Bahn- und Flugverkehr beeinträchtigt, ICE prallt gegen Baum
Besonders betroffen ist die Deutsche Bahn. In Brühl prallte ein ICE auf einen umgestürzten Baum. Es habe aber niemand schwere Verletzungen erlitten. Der Zug sei nicht entgleist, sagte ein Bahnsprecher. Wegen des Sturms kam es bundesweit zu Verspätungen. Am schwersten von Sperrungen beeinträchtigt waren nach Bahn-Angaben Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. So war unter anderem die Verbindung zwischen Frankfurt und Würzburg am Vormittag stundenlang gesperrt, weil an mehreren Stellen Bäume auf die Trasse gefallen waren. Auch im übrigen Bayern musste wegen umgestürzter Bäume auf vielen Strecken der Zugverkehr komplett eingestellt werden. Das Unternehmen rief die Bevölkerung auf, vorübergehend auf Reisen mit der Bahn zu verzichten. Vor allem in Nordbayern standen demnach fast alle Züge still.
Verspätungen wegen des Unwetters meldete die Bahn auch in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Berlin. Über die aktuelle Lage auf allen Strecken informiert die Bahn unter der Telefonnummer 08000-996633 sowie auf dem Internetportal bahn.de.
Auch der Fluverkehr war am Samstag beeinträchtigt. Allein am Flughafen Frankfurt seien mehr als 70 Flüge abgesagt worden, sagte ein Fraport-Sprecher. Am Flughafen Düsseldorf riss der Sturm am frühen Morgen auf rund 250 Quadratmetern die Dachabdeckung eines Bürogebäudes herunter. Das Dach müsse komplett ersetzt werden, sagte ein Sprecher. Flugausfälle gab es in Düsseldorf demnach aber nicht. Am Flughafen Köln-Bonn musste ein Flug aus Amsterdam angesagt werden.

Teil 2: Wie "Emma" das Sportprogramm durcheinanderwirbelt

  • dpa, 01.03.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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