Der Parteichef ist angeschlagen. Bisher ist es ihm nicht gelungen, den Abwärtstrend der FDP zu stoppen. Sämtliche Landtagswahlen seit seinem Amtsantritt im Frühjahr gingen verloren. Was bleibt, sind kleine Erfolge wie die Mini-Steuersenkung, von der aber auch noch nicht klar ist, ob sie in der beschlossenen Form kommt. Mit seinem Vorpreschen in Sachen Mitgliederentscheid verstärkte er noch den Eindruck, der falsche Mann an der Parteispitze zu sein.
Die FDP ist ...
Antwort 1:
nicht mehr zu retten
70%
Antwort 2:
nur mit neuem Chef zu retten
25%
Antwort 3:
mit Rösler gut aufgestellt
5%
8354 Stimmen
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Gerüchteweise hieß es bereits, dass Fraktionschef Rainer Brüderle Rösler ablösen könnte. Der frühere Wirtschaftsminister gilt ohnehin als starker Mann bei den Liberalen. Er selbst weist jedoch die Spekulationen zurück. "Wir haben unsere Personalfragen in Rostock geklärt, die Führungsmannschaft für zwei Jahre gewählt. Veränderungen dazu stehen nicht an", sagte Brüderle.
Doch die Gerüchteküche köchelt weiter. In Koalitionskreisen hieß es, Lindner bereite mit dem Rücktritt die Ablösung Röslers vor. Fest steht, dass das Führungstrio Rösler, Lindner und Gesundheitsminister Daniel Bahr, das im Frühjahr Westerwelle verdrängt hatte, zerbrochen ist. Bahr, der zugleich Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen ist, gilt als einflussreicher Strippenzieher in der Partei. In der Krise hielt er sich bislang jedoch auffallend zurück. Offiziell bedauerte er den Rücktritt Lindners.
Viel Zeit bleibt Rösler nicht, um wieder Ruhe in die Partei zu bringen. Bis zum traditionellen Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart müssen die Wogen geglättet werden. Sonst steckt er in der Klemme – wie Westerwelle ein Jahr zuvor.