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Merken   Drucken   21.03.2010, 18:58 Schriftgröße: AAA

Parteiprogramm: Kein Platz für Kompromisse bei der Linken  

Leitartikel Die Linke hat noch nie großen Wert darauf gelegt, vor allem als Partei der pragmatischen Ideen zu gelten. Insofern ist es eigentlich wenig überraschend, wie radikal der neue Programmentwurf ausfällt, den die beiden Noch-Vorsitzenden Oskar Lafontaine und Lothar Bisky am Wochenende vorgelegt haben.
Doch selbst für die Linke geht der Entwurf zu weit. Zum einen gibt er keine konkrete Antworten auf die anstehenden Probleme, sondern ergeht sich nur in naiven Utopien. Zum anderen aber wird konsequent jede Zusammenarbeit mit anderen Parteien grundsätzlich verbaut und damit die Chance, die Pläne auch umzusetzen. Parteichef Lafontaine ging es anscheinend stärker darum, sich von seiner alten SPD abzusetzen, als die eigene Partei politikfähig zu machen.
Denn die Linke denkt laut diesem Programm nur in Schwarz-Weiß. Für sie gibt es nur Ausgebeutete und Ausbeuter, die da unten und die da oben, die Linkspartei und alle anderen. Für Widersprüche oder Kompromisse ist in solch einem Denken kein Platz.

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  • Aus der FTD vom 22.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 24.03.2010 16:23:47 Uhr   Flüchtling : Aus den Fehlern der DDR gelernt ?

    Was bedeutet ein „Grundsatzprogramm-Entwurf“ der SED/PDS/ Linken hin zum "demokratischen Sozialismus"? Die Überwindung des „Kapitalismus“ hatten wir bereits in einer vierzigjährigen Praxis in der DDR und in weiteren 33 sozialistischen Ländern der Erde? Diese Experimente am Menschen sind alle grandios gescheitert. Immer, wenn diese tollen Konzeptionen, egal in welcher Verschleierung durch Utopisten angepriesen und später umgesetzt wurden, entstand real ein wirtschaftliches Totalchaos mit anschließendem Staatsbankrott. Wenn Westlinke, die nie eine Unfreiheit im Sozialismus durchlebt hatten und Ostlinke, die nach dem Mauerfall an einer plötzlichen Demenz leiden, gemeinsam einen Programm Entwurf erarbeiten und nicht mal in der Lage sind richtig komplex zu analysieren und ihre unsägliche Vergangenheit aufzuarbeiten (der "Sozialismusversuch" sei an zu viel Bürokratie und Zentralismus und zu wenig Eigenständigkeit der Betriebe gescheitert?), weiß man schon vorher, was herauskommt. Auf diese blinden Demagogen, die eigentlich das Ergebnis ihrer Wunschbilder schon vor aller Welt offenbart hatten und die darauffolgenden Untaten (Menschenrechte) verniedlichen, kann man getrost verzichten. Auch auf ihre sogenannten ökonomischen Vorschläge, die früher in der Praxis darin gipfelten, bei Staatsdefizit zweihundertdreiundachtzigtausend Ausreiseantragsteller einschließlich politischer Häftlinge an den „Kapitalismus“ zu verhökern. Die Wahrheit ist, der Sozialismus alleine kann ohne die Wirtschaftskraft des „Kapitalismus“ gar nicht existieren. Ein Schulungsprogramm „die Fehler der DDR“ für die Genossen würde bestimmt gut tun, jede Woche einen Besuch einer anderen Gedenkstätte für die politischen Opfer des untergegangenen Unrechtsstaates intensiv in Augenschein zu nehmen. Das dauert ein Jahr. Voraussetzung ist natürlich eine Überwindung der bei den Linken erstarrten Einstellung “Schuld sind immer die anderen, die Kapitalisten“ ,um danach einen Blick zu werfen in die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.
    Es gibt bestimmt vieles zu ändern und zu verbessern. Die SED Nachfolger haben allerdings erst mal ihre Schulaufgaben zu vollenden und müssen gewaltig nachsitzen, das heißt, eigene Vergangenheit programmatisch realistisch aufzuarbeiten und auch zu verstehen.

  • 24.03.2010 13:11:42 Uhr   brasileroo: Grundsätzlich
  • 23.03.2010 21:43:11 Uhr   Askay: Orwell grüßt
  • 22.03.2010 15:15:02 Uhr   herbert: Naive Utopie?
  • 22.03.2010 14:38:26 Uhr   moschi: Kommentar einer Wirtschaftszeitung...
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