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13.01.2011, 20:00
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Peinlicher Werbespot:
CSU blamiert sich mit Angstbiss gegen die Grünen
Dumme Steinewerfer, die gegen alles sind: So plump porträtiert ein neuer CSU-Spot die Grünen. Eleganter sieht der digitale Angriff der CDU aus, für ihn gibt es sogar Unterstützung aus der Öko-Partei.
von David Böcking
Es ist nicht so, dass die CSU keine Ahnung von Öffentlichkeitsarbeit hat. Ihre vermeintliche Symbiose mit dem wunderschönen Bayern etwa beschwören die Christsozialen in aufwändigen Imagefilmen, die auf dem Politischen Aschermittwoch zuverlässig für patriotische Stimmung sorgen.
Die Landtagsfraktion konnte kürzlich sogar Bayern-München-Manager Uli Hoeneß für eine Fernsehwerbung gewinnen. Der spielte zwar reichlich hölzern, hatte aber immerhin eine schöne Botschaft: Zusammen mit einem kleinen Mädchen suchte er nach Ideen für Bayern - das Bundesland, wohlgemerkt - im Jahr 2020.
Positive Botschaften in professioneller Verpackung - von diesem Rezept könnte das neueste Werk der CSU-Strategen kaum weiter entfernt sein. Einen "Blick hinter die Fassade der Grünen" verspricht der 30-Sekunden-Spot, der Besucher der CSU-Homepage begrüßt.
Zur Melodie des Liedes "Ein Männlein steht im Walde" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der den Text zur deutschen Nationalhymne lieferte, ist ein Strichmännchen vor grünem Hintergrund zu sehen. Laut abgewandeltem Liedtext ist es "ganz grün und dumm" und hat vor lauter "Protest eine Steinschleuder um".
Was schon bei den ersten Worten nach der Dichtkunst eines Grundschülers klingt, wird im weiteren Verlauf nicht besser. Während sich das fies grinsende Männchen mit seiner Steinschleuder versehentlich selbst an den Kopf schießt, heißt es zu sanften Klavierklängen: "Grün sein und dagegen sein, mit Pflaster, Schutt und Ziegelstein, ach wie bin ich froh, doch kein Grüner zu sein!"
"Das kann nicht Euer Ernst sein"
Angesichts des Werbespots ist derzeit aber auch mancher wenig froh, CSU-Mitglied zu sein. "So eine Kampagne kann doch nicht Euer ernst sein?!? Da komm ich als Ortsvorsitzender vor der lokalen Presse auch in Erklärungsnot und muss mich für so eine Kampagne bei den politischen Gegnern fast schon entschuldigen", lautet einer von vielen entgeisterten Kommentaren auf der CSU-Seite.
Bei den Grünen um Verzeihung zu bitten, kommt für CSU-Chef Horst Seehofer nicht in Frage. Auch der politische Gegner gehe nicht immer sanft mit der CSU um, sagt Seehofer am Donnerstag in Kreuth. Er hat den Spot aber noch nicht gesehen. "Ich schaue mir das jetzt mal in Ruhe an."
Teil 2: Warum Grüne eine CDU-Kampagne unterstützen
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FTD.de, 13.01.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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