Eine Apotheke: In der Koalition gibt es Ärger über die Reform des Arzneimittelmarkts
Röslers größter Erfolg
Ende vergangener Woche war ein bisher nicht abgestimmtes Papier von Spahn - immerhin gesundheitspolitischer Sprecher von CDU/CSU - zur Reform des sogenannten Amnog-Gesetzes bekannt geworden. Demnach sollte der Nachlass, den Apotheken Krankenkassen pro Rezept gewähren müssen, von 2,05 Euro auf 1,75 Euro sinken.
Das Amnog gilt bei Union und FDP nach wie vor als einer der größten Erfolge der Koalition. Gegen den erbitterten Widerstand der Industrie setzte der damalige Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) 2010 durch, dass Hersteller und Kassen künftig über den Preis neuer Medikamente verhandeln müssen.
Bis dahin konnten Hersteller den Preis für innovative Produkte im Alleingang festsetzen - eine Praxis, die in Deutschland zu deutlich höheren Arzneimittelpreisen führte als im Ausland. Um die Krankenkassen zudem kurzfristig zu entlasten, führte Rösler Zwangsrabatte ein: So müssen nicht nur Apotheker Krankenkassen einen Nachlass gewähren, sondern auch die Hersteller müssen einen Abschlag von 16 Prozent auf ihre Listenpreise hinnehmen.