Auch der Nachfolger des Doktorvaters von Guttenberg legt mit scharfer Kritik in der Plagiatsaffäre nach. "Der Minister leidet unter Realitätsverlust", sagte der Bayreuther Staatsrechtsprofessor Oliver Lepsius der "Süddeutschen Zeitung".
"Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Es ist eine Dreistigkeit ohnegleichen, wie er honorige Personen der Universität hintergangen hat", sagte der Nachfolger von Doktorvater Peter Häberle. Der Verteidigungsminister habe "planmäßig und systematisch" wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue. "Hier liegt die politische Dimension des Skandals."
Der frühere Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig Winnacker, warnte vor einer Verharmlosung der Affäre und hält Guttenberg wissenschaftlich für erledigt.
"Wir Forscher können niemanden einsperren, das kann nur ein Richter", sagte Winnacker dem "Spiegel". "Aber die Strafe der Wissenschaft ist, dass man für immer am Pranger steht."